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 Taima und Kirian

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Selena

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BeitragThema: Taima und Kirian   Fr Mai 08, 2015 11:34 pm

Ich seufzte leise und setzte mich auf meinem Stuhl zurecht, der ganze Papierkram war ja grauenhaft, dabei war ich extra auf diese Expedition mitgekommen um etwas zu lernen, Neues zu erfahren und nicht genau den gleichen Kram zu machen, den ich auch davor alleine in meiner Praxis erledigt hatte. Nun, nicht direkt meine Praxis aber ich machte dort so viel, dass ich sie eigentlich schon fast als meine bezeichnen konnte, auch wenn ich nur die Hälfte vom Geld bekam das mir eigentlich zustand. Daher hatte ich so schnell es ging diese Chance ergriffen dass mich der König für diese Expedition auserwählt hatte, offensichtlich war ich in aller Munde gewesen, hatte ja für den Hof auch schon das ein oder andere Wehwehchen geheilt und durfte nun mitfahren, gesponsert! Ich hatte mein Glück kaum fassen können und war trotz der Drohung ersetzt zu werden aus der Praxis verschwunden, hatte meine Patienten zurückgelassen und war mit in die Wildnis gezogen, mit einem Haufen Papierzeug und keiner Zeit irgendwas anderes zu sehen. Die Bäume waren langweilig, die Natur zwar ganz nett aber es brachte mir nichts, ich durfte nicht nach Pflanzen suchen und keiner wollte mit mir zusammen hingehen, keiner wollte eine kleine Gruppe Leute erstellen damit ich meine Forschungen machen konnte. Offensichtlich jedoch war es nicht meine Aufgabe neue Heilmittel zu finden sondern auf irgendwas zu warten. Und was das sein sollte, sollte ich noch schnell genug erfahren…
Heute saß ich zumindest genervt vor meinen Papieren (Hah! Von wegen ersetzt werden, ich bekam ja lauter Arbeit mit, die würden sie sicher nicht wieder sehen wenn sie mir kündigten und mich ersetzten… also bitte…), als ich Geschrei von draußen hörte, ich stutzte leicht, das hörte sich anders an als normalerweise, viel aufgeregter und seltsam erregt, erfreut. Gerade als ich aufstehen wollte, wurde die Plane zu meinem Zelt aufgerissen und nach mir gerufen. Ehe ich jedoch fragen konnte, was denn war, war der Mann auch schon wieder verschwunden und ich folgte ihm mit gerunzelter Stirn und schnellen Schrittes ins Heil Zelt, drängte mich durch die aufgeregte Masse die sich davor zusammengescharrt hatte. Was zum Henker war denn bitte hier los?
Ich öffnete die Plane und drängte mich hinein, achtete darauf, dass niemand hineinstarren konnte und stockte kurz nachdem die Plane geschlossen war. Das Zelt war überfüllt, vier verletzte Männer lagen auf den Betten, teils blutend, teils wimmernd, während auf dem fünften jemand lag der von mehreren festgehalten wurde, wehrte sich immer noch, auch wenn die Bewegungen träger und schwach aussahen, bäumte sich auf und… blutete alles voll. „Was ist hier los?“, fragte ich entsetzt, eilte zur Seite des Verletzten und zuckte erschrocken zusammen ob der Schwere der Verletzungen, überall war Blut, die Augen des… Mannes waren giftig, wirr, unfokusiert und er hatte… Hörner… waren das Hörner?!
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Kitsune

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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Sa Mai 09, 2015 12:16 am

Ilidan hatte mir prophezeit, dass es mir einmal zum Verhängnis werden würde, mich so weit vom Dorf zu entfernen, und ausgerechnet diesmal mussten seine warnenden Worte auch noch zutreffen. Als Schamane hatte Ilidan natürlich ein Auge auf seinen kaum zwanzig Minuten älteren Bruder, und ich hatte die Sorge immer irgendwo auch abgetan – würde sich vermutlich fortan ändern. Was sollte man mit der Vorhersage „Nimm dich in Acht vor dem, was du so offensichtlich siehst und meide das glänzende Holz“ auch anfangen? Was Metall war wusste ich nämlich auch als Taima, Sohn des Häuptlings nicht (sämtlicher Körperschmuck und Waffen waren aus gehärteten Knochen oder Horn), derlei … gab es hier auch nicht, und auch eine so fremde Falle hatte ich nie gesehen und daher auch nicht umgehen können. Es hatte einen Grund gegeben dass ich mich immer öfter so weit vom Dorf entfernte, dorthin wo mir auch niemand wirklich folgen wollte – es war einige Zeit her, dass ich so merkwürdige Spuren im Wald gefunden hatte, kannte auch Stiefel nicht, sodass mir Abdrücke dieser im Schlamm sehr komisch vorkamen, ab und an hatte ich kleine Sachen gefunden, komisch riechende Dinge in denen was eingewickelt gewesen war, das man eben weggeworfen hatte und dergleichen, es hatte mich neugierig gemacht und die so unnatürlich veränderte Natur um die Falle herum mich angezogen. Das offensichtliche, das mich letztlich in die Fänge des Metalls gelockt hatte.
Wie maßlos hatte ich mich erschrocken, als die durchaus für Menschen ausgelegte Falle um mein linkes Bein zugeschnappt war, sich weder durch anschreien verjagen noch durch zerren und drücken hatte bewegen lassen – und selbst meine Knochensicheln waren daran entweder geborsten oder eingekerbt worden. Wie lange ich dort gelegen und geblutet hatte, wusste ich nicht, ein paar Stunden mindestens ehe diese … Dinger kamen. Grob sahen sie aus wie Menschen, wie ich, nur hatten sie keine Hörner, keine Fellohren oder andere Merkmale fremder Stämme, ganz komische Sachen an sich und wirklich eigenartige Werkzeuge, die ziemlich wehtaten wenn man versuchte den Besitzern den Kopf abzureißen, was ich nur bei einem geschafft hatte. Die Giftnadeln hatte ich nicht mal gemerkt, nur nach und nach die Auswirkungen, versuchend mich nahezu unbewaffnet und ohne aufstehen zu können gegen das Dutzend fremde Laute ausspuckender Fremder zu wehren. Ich war wütend, sehr wütend, ignorierte meinen sich verschlechternden Zustand (und immerhin hielt ich auch mehr aus als diese Wesen, was ich schnell feststellte bei den wenigen die ich in die Finger kriegte) und musste erst kapitulieren, als die Netze hinzukamen. Netze kannte ich, zerriss sie, neue kamen, während sie mich aus der Fußfalle befreiten und dorthin brachten wohin nicht mal ich gewagt hatte zu gehen bisher. Was waren das nur für komische Sachen?! Nicht dass es mich groß scherte, das Denken fiel so schwer, jede Muskelbewegung schmerzte immer mehr und das, was ich in dieser Hüttenansammlung noch an Widerstand leistete, war lächerlich. Eine Schande sich verschleppen zu lassen, aber ich konnte mir nicht erklären wieso meine Kräfte schwanden, sah nur noch verschwommen und fand mich irgendwann auf einer Liege wieder, was mir erlaubte mein Bein zur Verteidigung dazuzunehmen. Nicht dass es noch groß was brachte, meine Bewegungen erlahmten, und so in dieser Haltung, konnte ich auch sehen wie es um mich bestellt war. Wie immer barfuß, meine linke Wade von tiefen Fleischwunden umkreist, die Beine voll mit Striemen von den Versuchen sie mir zu fesseln, die Arme ebenfalls und normale Knochenspeere wären nie so robust jemandes Rumpf zu durchbohren – diese hier schon, auch wenn so knapp über dem rechten Hüftknochen keine Organe verletzt wurden. Der Blutverlust machte mir zu schaffen, ich hörte nur noch verwirrendes Rauschen aus fremden Stimmen, mein eigenes, flaches und schneller werdendes Keuchen, das jedes weitere, wütende Brüllen seit längerem Unmöglich machte. Einer mehr oder weniger scherte auch nicht mehr, aber ich spürte wie ich immer mehr an Kraft einbüßte – letztlich so weit, dass es möglich wäre mich zu fixieren, ungeachtet der Tatsache, dass ich gerade so noch bei Bewusstsein war und es auch krampfhaft versuchte zu bleiben, schon allein um nicht an meinem eigenen Blut zu ersticken.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Sa Mai 09, 2015 1:22 am

Hätte ich geahnt was da auf mich zukam, wäre ich lieber in der Stadt geblieben oder bei meinen Papieren, ich hätte mich weiterhin über meine Papiere beschwert aber mein Leben wäre wohl um einiges anders gelaufen als das was auf mich zukam, das was ich da sah war einfach nur grauenhaft. Ich wusste nicht wen sie da gefangen genommen hatten, was er getan hatte, was verbrochen damit er sowas verdiente. Neben dem Automatismus helfen zu wollen war es Wut die in mir aufflammte, ich knurrte den nächstbesten Mann an und schubste den nächsten fort. Sie hatten ihn schon angebunden, da brauchten sie ihn nicht auch noch festhalten und ihm noch mehr weh tun, reichte schon das er sich gegen sie und die Fesseln wehrte und seinen Körper unnötig schwächte. Ich hatte keine Zeit ihn zu betrachten, seine Hörner in Augenschein zu nehmen oder was noch anders an ihm war, ich legte ihm beruhigend eine Hand auf den Kopf, streichelte durch das seltsam weiche und geschmeidige Haar, ehe ich meine Hand auf seine Brust legte, besänftigend murmelte. Der Rest um mich herum rührte sich immer noch nicht, was mich dazu brachte sie böse anzustarren. „Raus! Sofort raus hier!“, fauchte ich sie an, starrte so lange bis sie anfingen langsam das Zelt zu räumen, der verletzte Rest verschwand auch, die Hilfsassistenten würden sich darum kümmern, aber offensichtlich hatten sie keine Lust mit einem fremden Wesen im Raum zu bleiben das sie auch noch verletzt hatte.
Es war kostbare Zeit die ich dort verschwendete, wusste ich ja selbst, aber ich konnte nicht riskieren das er sich wehrte und sie ihn am Schluss noch abschlachteten, so wie sie sich aufführten. Kurz überfordert betrachtete ich ihn von oben nach unten, nahm die Verletzungen in mich auf, ehe ich beschloss dass es nichts helfen würde gerade äußerlich etwas zu machen. Hier waren zu große Verletzungen am Werk, nicht nur war sein Bein halb zerfetzt, man hatte ihm auch noch in die Seite gestochen, zahlreiche Kratzer und Schnitte zierten ihn und er blutete immer noch stark, nicht mehr lange und es wäre zu spät und so wie seine Augen unfokusiert in seinen Höhlen rollten, er krampfhaft versuchte wach zu bleiben, zumindest schien es so war nicht nur der Blutverlust das Problem. Langsam nahm ich meine Hand wieder von seinem Schopf, strich dabei versehentlich über die Hörner was mich dazu brachte kurz zusammen zu zucken, legte dann aber meine eine Hand auf seine Brust, die zweite auf seinen Bauch, ehe ich die Augen schloss und langsam anfing mich in ihn hineinzuversetzen. Die Verletzungen waren schlimm, aber sein Körper war faszinierend, eine andere Spezies, anderer Aufbau, der Körper schien sich zu versuchen zu heilen, die Fremdkörper, das Gift das ihn schlafenlegte auszuspülen, war vollkommen damit überfordert. Angestrengt versuchte ich seine Essenz dazu zu überreden mir zu helfen und mich nicht als Fremdkörper zu betrachten, war nötig damit ich meine Kräfte in ihn schicken konnte, die Blutung stoppen und das Gewebe zumindest teilweise dazu zu bringen sich zu bilden, es würde viel Kraft von ihm und mir kosten, aber ich konnte versuchen ihn so gut es ging zu unterstützen.
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Kitsune

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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Sa Mai 09, 2015 3:02 am

Tja, ahnen tat man selten, sonst wäre ich ebenfalls lieber im Dorf geblieben und hätte, keine Ahnung, weise guckend in der Gegend rumgestanden wie Vater es zu tun pflegte. Eben die eingeborene Version von Papierkram und mir ebenso verhasst, ich war lieber mit den Jägern und Fischern draußen als mich um trockene Verwaltung zu kümmern. Im Moment wäre mir das natürlich lieber, aber ich war eben auch beratungsresistent. Zwei drei Tage nach einer Schelte mustergültig brav, aber danach siegte doch wieder die Abenteuerlust. Im Moment bereute ich es wirklich. Ob ich was verbrochen hatte, keine Ahnung, Stämme gerieten oft wegen Kleinscheiß aneinander, ein verirrter Jäger badete in ner heiligen Quelle eines anderen Stammes oder so, aber ebenso wie ich es hasste, gefangen zu sein, mochten die es bestimmt nicht wenn man ihren Begleitern die Köpfe abriss. Aber die Falle … mh. Ich würde definitiv daraus lernen.
Wirklich viel bekam ich nicht mehr mit, von dem Gewusel und den Stimmen, doch dass es irgendwie weniger Hände wurden, das merkte ich, auch wenn ich dank der Lederriemen nichts weiter tun konnte. Mein Widerstand bestand nur noch aus gelegentlichem Zucken und unwohlem Winden, ich wollte nicht aufhören, konnte aber kaum noch etwas ausrichten. Selbst wenn ich allein gewesen wäre gab es gerade keine Möglichkeit zur Flucht.

Zumindest ein Hemd musste man mir nicht vom Leib schneiden, ich trug nichts außer den kunstvoll verzierten Lendenschurz der mein Totem zeigte, der bis auf die Waden fiele, würde ich stehen, mit Zierbändern aus Leder mit Knochenperlen, Federn und dergleichen, die allesamt verklebt waren mit Blut. Meist mein eigenes. Ich hatte noch nicht ganz begriffen, dass ich im Begriff war zu verbluten, und auch nicht dass außer dem Schemen, der sich über mich beugte, niemand mehr hier war. Die Farbe war auffällig, ich konnte mich nicht konzentrieren, aber … diese Farbe hatte ich noch nie so gesehen, waren das Haare? Erst jetzt registrierte ich unter all dem Schmerz dass er mich anfasste, hatte zuvor nur die mich haltenden Griffe gespürt, nicht aber sanfte Berührung. Ich knurrte schwach, wandte den Kopf ein kleines Stück ab und hob mühsam die Augenlider wieder an. Die dann folgende Berührung beantwortete ich mit einem unwilligen, unter anderen Umständen wohl zornig, warnend klingenden Laut, der hier aber fast nur dem Schmerz geschuldet war – dann stöhnte ich leise auf.
Dieser Einfluss war mir seltsamerweise nicht völlig fremd, Ilidan konnte das auch, aber seine Energie war anders, schwächer, nicht so … fremd. Ja, ich regenerierte mich, aber mein Körper war zu zerstört, heillos überfordert und dann auch noch dieses … körperlose Zeug in mir, ich spürte es ja, und auch wenn es nicht weh tat, so war es doch falsch, gehörte da nicht hin und machte mir auch ziemlich Angst  - wie alle Dinge die man nicht mit Schnelligkeit und Kraft besiegen konnte. Es war so anstrengend sich auch dagegen zu wehren, mit Kraft die ich nicht hatte, wenn auch noch das Gefühl aufkam es einfach zuzulassen. Nein, nein nein nein, wenn das so weiter ging würde ich …
Mir fielen die Augen zu nachdem flüchtig nur das Weiß zu sehen gewesen war und ich einen kleinen Schwall Blut würgte, der mir zuvor auf dem Rücken liegend so Sorge bereitet hatte zu ersticken, und zeitgleich erstarben jegliche Muskelregung und auch der Widerstand gegen den fremden, magischen Einfluss. Ich hatte keine Kraft mehr, zu helfen; hätte ja nicht mal verstanden, wenn er mir etwas erklärt hätte, dass der komische Schemen da helfen wollte und nicht wie diese anderen Hornlosen drauf war … meine Regeneration lief auch ohne mein Zutun und Bewusstsein weiter – nur wehren war mir nun in keiner Weise mehr möglich.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Sa Mai 09, 2015 2:01 pm

Papierkram oder Herumstehen keines von Beidem klang sonderlich toll, alles in allem aber besser als das was geschehen war. Das hier schrie danach, dass dieses Wesen entweder sehr gewalttätig und gefährlich war, kein Wunder, er sah auch irgendwie wild aus mit den Hörnern und den Knochen, den Federn und dem… seltsam anmutenden Lendenschurz. Ich war nicht unbedingt schamhaft, als Arzt oder Heiler durfte man das gar nicht sein, die meisten Leute mussten sich irgendwann vor einem wie mir ausziehen ob es ihnen gefiel oder nicht, ich hatte nun auch schon einiges gesehen und war sicher nicht der Typ der da irgendwas dazu sagte oder die Augen abwandte oder sich sonst wie seltsam benahm. Es war Arbeit, nicht mehr und nicht weniger, das hier jedoch war anders, ich konnte nicht gleich von außen anfangen ihn zu nähen und zu flicken, die Verletzungen sahen tief aus und die an seiner Seite mochte noch nicht lebensgefährlich sein, die an seinem Bein jedoch schon. Überhaupt sah ich bei dem ganzen Blut auch nicht wo er wie schwer verletzt war, konnte nicht wissen wie tief die Wunden gingen und musste jetzt erstmal das Gröbste richten.
Rote Haare waren für ihn wahrscheinlich fremd, aber das war nichts über das ich jetzt nachdachte, überhaupt waren das Äußerlichkeiten die mich nicht interessierten, so mancher hielt mich zwar für niedlich – also bitte ich war ein erwachsener Mann- aber ich selbst war relativ unzufrieden damit. Die Haare waren auffällig und die Sommersprossen erst, außerdem war ich ziemlich bleich, bekam eher einen Sonnenbrand als wirkliche Bräune und war durch meine Gabe recht schlaksig, die Heilfähigkeiten griffen erst auf den Körper zurück und dann auf die Lebensenergie, was dafür sorgte das ich essen konnte was ich wollte und einfach nicht zunahm, nicht dass ich viel aß… meist vergas ich es einfach über der Arbeit.
Sein leises Knurren und Stöhnen wurde von mir ignoriert, strich ihm nur weiter immer wieder mal beruhigend über den Körper um ihm zu zeigen, dass jemand da war, sprach leise mit ihm, unzusammenhängendes Zeug dem ich selbst keinen Wert beipflichtete, nur die Stimme war wichtig um ihn zu beruhigen, hatte den Meisten noch geholfen. Dass er mich vielleicht gar nicht verstand war mir in dem Fall auch egal, also bitte ich hatte wichtigeres zu überlegen und mich zu konzentrieren.
Und eben das tat ich indem ich die Augen schloss und mich in ihn hineinsinken ließ, mein Körper war dabei mit ihm verbunden indem ich Hautkontakt hielt, meine Augen waren geschlossen, wären sie offen gewesen dann entweder unfokusiert oder halb verdreht, ich verließ meinen Körper in so schwierigen Fällen ungern, zu heikel normalerweise in dem Fall jedoch musste ich eine Ausnahme machen. Er würde mir sonst sterben.
Davon dass er Blut spuckte bekam ich daher nicht wirklich was mit, dafür aber dass er sich nicht mehr gegen mein Eingreifen wehrte, atmete erleichtert aus als ich direkt auf sein System zurückgreifen würde und… Wahnsinn. Es fühlte sich anders an als alles was ich bisher gespürt hatte, mein Forschergeist war geweckt als ich spürte wie er um mich herumwirbelte, sein Körper arbeitete von alleine! Faszinierend. Dennoch streckte ich meine Kraft aus, wandte mich dem Schlimmsten zu, dem Bein und sandte soviel es ging dazu, achtete darauf das sie nicht abgestoßen oder als Fremdkörper erachtet wurde und schaffte es irgendwie, nach einer gefühlten Ewigkeit das Bein soweit es ging zu stabilisieren. Einiges an Gewebe, Hautschichten war bereits wieder intakt, nicht ganz jedoch, es war nur Scheingeheilt, das Gewebe war schwach, die Hautschicht nur so dass es nicht mehr blutete, aber starker Druck würde alles wieder aufbrechen lassen, war also wichtig das ich sein Bein weiterhin fixiert hielt und niemand, wirklich niemand daran herumdrückte oder fummelte. Erschöpft sackte ich halb über ihm zusammen, atmete schwer und zitterte leicht während ich versuchte wieder zu Kräften zu kommen, ich war noch lange nicht fertig. Ohne mich jedoch größer um mich selbst zu kümmern wandte ich mich dem Feuer zu, Wasser war bereits aufgesetzt, wahrscheinlich für die anderen Verletzten, glücklicherweise hatte man es stehen lassen als der Rest den Raum fluchtartig verlassen hatte. Das Feuer war bereits abgebrannt, schwelte nur noch vor sich hin, ein Zeichen für mich das ich länger gebraucht hatte, als erwartet und holte seufzend Schüssel und Tücher, Nähzeug, machte mich daran Wasser abzuschöpfen und die Wunde an seiner Hüfte langsam zu säubern, glücklicherweise war er bewusstlos, wenn nicht davor dann wäre er spätestens jetzt ohnmächtig geworden. Sein Körper atmete, das Herz schlug und auch das Blut das aus seinem Mund nach draußen gelangt war sah nicht unbedingt gut aus, trotzdem würde er leben, zumindest wenn ich mit ihm fertig war. Vorsichtig wusch ich also die Wunde aus, hisste leise, als ich sah wie tief sie ging, gut nur dass sein Körper mithalf, es würde wohl reichen dass ich ihn nähte, was ich auch nach dem Sterilisieren der Nadel tat, kleine Stiche, wollte nicht das er noch mehr Narben bekam als er eh schon hatte, gerade zwei Stiche kam ich weit, war anstrengend das bei ihm zu machen, als sich die Nadel verbog, was zum… Stirnrunzelnd betrachtete ich die Nadel und desinfizierte eine zweite, welche gleichermaßen den Geist aufgab. Irgendwas stimmte doch mit diesem Wesen ganz und gar nicht, was auch einerseits interessant war, meinen Vorrat an Nadeln aber dezimierte. Mehrere Stiche und sieben Nadeln später hatte ich das Gröbste verarztet und machte mich daran ihn langsam und vorsichtig zu säubern. Überall war so viel Blut und seine Kleidung war auch komplett davon besudelt, ich versuchte sie ihm vorsichtig auszuziehen, aber er war groß und schwer was es schwieriger machte für mich ihn zu wenden, auch wenn ich einige Griffe kannte. Es dauerte lange, mehrere Schüsseln Wasser später und ein doch recht errötetes Gesicht als ich erkannte das er darunter gar nichts mehr trug und durchaus… groß war, der sah wirklich nicht nach Mensch aus, in keinster Weise. Ich seufzte und legte den Lendenschurz sauber zusammen, würde ihn später waschen, vorsichtig entfernte ich auch die Federn, bei den Knochen war ich mir unsicher, je nachdem wie lange er dort lag würde es möglicherweise wieder zusammen wachsen und ich wusste nicht wie er darauf reagieren würde, also ließ ich sie erstmal drin da er sich an ihnen sowieso nicht verletzten konnte, das Drehen des Kopf was war ja auch eingedämmt weil seine Hörner im Weg waren, die ich vorsichtig anfasste. Faszinierend, wirklich faszinierend. Was sie wohl mit ihm machen würden? Aber so wie sie ausgesehen hatten, voller Furcht und Zorn, nein… sie hatten sicher nichts Gutes mit ihm vor, so wie er zugerichtet war, gut nur das ich mich um ihn gekümmert hatte, wobei ich auch nicht wusste ob es für ihn nicht besser gewesen wäre… nein sowas durfte ich gar nicht erst denken. Sicherlich hatte er sich nur irgendwo verfangen und sie hatten versucht ihn zu retten und er hatte sie nicht verstanden oder war durch die Schmerzen einfach zu wild und verwirrt gewesen, das musste es sein. Müde fuhr ich mir durchs Gesicht, ehe ich ein Kissen von einer der Liegen holte, ihm vorsichtig unter den Kopf legte und ihn dann zudeckte. Ich war müde und fertig, zog eine der Liegen näher heran und legte mich darauf, vollkommen angezogen und ziemlich hungrig, aber ich war zu fertig um nochmal aufzustehen und mir was zum Essen zu holen oder das Feuer erneut zu schüren damit es nicht zu kalt wurde.
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Kitsune

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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Sa Mai 09, 2015 3:35 pm

Ich wäre gerade auch sehr gern irgendwo anders und nicht hier, da würde ich vorbehaltlos zustimmen und wie gesagt, fortan auch etwas besser auf Ilidan hören. Er hatte zwar schon öfters mit seinen Warnungen Recht gehabt, aber es war nie etwas in diesem verheerenden Ausmaß passiert. Dabei hätte ich gewarnt sein können, hier nicht hinzugehen, nicht in das Gebiet zu gehen aus dem ein vormals leicht verfeindeter Stamm fortgegangen war ohne dass die Gründe bekannt waren. Jetzt wusste ich es – ob die Rehbeine mit den Fremdlingen aneinander geraten waren oder nicht, jedenfalls stand deren … Ansammlung von Bodenbauten in einem Kreis aus Mauern direkt in deren ehemaligen Gebiet. Ich hatte zumindest keine aufgespießten Lakshmi-Köpfe gesehen, konnte mir aber auch nicht sicher sein was mit meinem eigenen passierte, wenn ich nicht mehr imstande war mich zu wehren, deswegen hatte ich ja auch nicht aufgehört, eben nicht nachgegeben, denn das Prinzip des Ergebens um Schaden zu vermeiden gab es nicht, Kämpf oder Stirb. Mein Stamm der Nescu galt aber auch durchaus als kämpferisch, halb sesshaft, halb den Gezeiten folgend zur kalten Jahreszeit und durchaus als wenig offen für Fremde, auch Kontakt zu anderen Stämmen war weniger gern gesehen, bis natürlich auf die ohnehin befreundeten Clans. Wenn irgendjemand Streit anfing war es zumeist auch ein Nescu, aber diesmal hatte ich wirklich nur meine Neugier stillen wollen und keine Lust mit dem Leben dafür zu bezahlen. Von daher war es wohl auch notwendig mich festzubinden, denn mit dem Sträuben würde ich weitermachen in der Sekunde, in der ich es wieder konnte. Doch so dumm war ich nicht, zu verpeilen wie kritisch mein Zustand war, genau darum wollte ich mich ja befreien, weil ich von denen hier keine Hilfe erwarten konnte, nicht nach dem was im Wald los war.
Rote Haare hatte ich, zumindest in dieser Nuance, noch nie gesehen. Dunkles Blutrot, ja, aber nicht diese Kupferfarbe (obwohl ich auch nicht wusste was Kupfer war), die ich unter friedlichen Umständen wohl eine gute Stunde inspiziert und angeguckt hätte, ob es nun ein Färbemittel war wie es manchmal für Rituale verwendet wurde, dran gezupft und so. Im Moment aber waren mir die Hände gebunden und ich registrierte nicht viel, ließ mich auch durch die Gegenwart eines Fremden nicht beruhigen, so emsig dieser es auch versuchte, mich berührte. Den einzigen den ich in solchem Zustand an mich heranließ war Ilidan, und dies war nicht mein Bruder, ganz bestimmt nicht, deshalb konnte und durfte ich nicht zulassen, mich erobern zu lassen von fremder Macht. Und sie war mächtig, viel intensiver als Ilidans was ich mir nicht erklären konnte, erst rein von der Tatsache her nicht, und dann wurde ich bewusstlos.

Von dem was folgte bekam ich nur passiv etwas mit, wenn überhaupt. Auch für mich hätte sich das sehr neu angefühlt, dass jemand so lindernd einen Organismus beeinflussen konnte, wenn ich wieder bei Sinnen war würde mir wohl auch einfallen, dass das dann der Schamane der Fremdlinge sein musste, wieso auch immer sie mich erst halb killten und dann flicken ließen. Ein bisschen helfen konnte mein Organismus noch, wenn auch nicht so viel wie nötig wäre selbstständig wieder auf die Beine zu kommen. Und diese würde man festzurren müssen damit ich nicht unbeabsichtigt selbst die Wunde wieder aufriss, die sich an meinem Bein langsam schloss und damit die größte Gefahrenquelle versiegte. Von der weiteren Versorgung merkte ich wenig, zuckte und ächzte nur, als ich bewegt wurde und die Wunde am Rumpf dran war. Ab da bewegte ich mich nicht mehr alleine, nur das sich etwas stabilisierende Heben und Senken des Brustkorbs verriet etwas über meine Eigenbeteiligung am fortleben. Er hätte es mit Knochennadeln versuchen sollen, die taten zwar mehr weh, gingen aber besser durch die Haut. Ich würde ausrasten, also mehr als eh schon, hätte ich mitbekommen, dass der Fremde mir Federn und Knochenbänder abnahm, Statussymbole die mich als das kennzeichneten was ich war, dass es der Säuberung diente würde ich auch nicht nachvollziehen können – merkte aber auch zum Glück nichts davon. Es dauerte, bis Ruhe einkehrte und die Hektik, der Fremdeinfluss verschwand. Ich glitt von Ohnmacht in tiefen regenerativen Schlaf, erfüllt von wirren Träumen und dem lauten Krächzen eines Raben, aber ich konnte nicht antworten, seufzte nur leise, rührte mich aber die nächsten Stunden nicht.
Wecken würde Kirian ein anderer der Siedler, der nach dem Rechten sehen wollte und erst mal wieder verschwand, um Verpflegung zu holen, den Heiler dann weckte und bat, nach den anderen zu sehen. Diese waren zwar versorgt worden, aber eine Kontrolle wäre nicht schlecht – im Anschluss äußerte er Bedenken wegen des gefangenen Eingeborenen, der immerhin schwer vergiftet einem Mann noch den Kopf mit bloßen Händen abgerissen hatte. Eine bessere Fixierung schien ihm zwingend erforderlich, auch zum Schutz des Arztes, spätestens dann wenn der Wilde gut genug beisammen war um befragt zu werden – ja wir haben den mitgenommen, damit er hilft das zu finden was wir eh suchen, na und?
Ich selbst war zu der Zeit immerhin schon weit genug beisammen, um zu bemerken dass um mich herum irgendwas passierte, auch wenn es mich nicht weckte. Mir war heiß, ich fühlte mich matt und wie zerschlagen, was größtenteils dem Gift zuzuschreiben war, murmelte unzusammenhängendes Zeug, den wirren Träumen geschuldet. Mein Bruder schien immernoch zu suchen, aber ich konnte nicht antworten, ihm keinen Hinweis geben, nichts.
„Ili...an...“, murmelte ich, den Kopf leicht zur Seite neigend und die Augenbrauen zusammenziehend, doch aufwachen war mir auch weiterhin nicht möglich – wenn man mich nicht dazu brachte.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Sa Mai 09, 2015 8:50 pm

Hätte er nur auf seinen Bruder gehört, dann wäre es nicht so weit gekommen, dass er hier schwer verletzt dran lag und das komplette Lager in helle Aufruhr versetzte. Aber so war es wohl, wenn man nicht wusste was einem danach blühte oder was noch alles schief gehen konnte, machte man halt einfach und wenn man dann erstmal verletzt irgendwo rum lag half es einem auch nichts mehr aus der Situation gelernt zu haben, zumindest nicht wenn die Aussicht das zu überleben relativ gering standen.
Er hatte wirklich Glück das ich da gewesen war und niemand anders, es war eine glückliche Fügung des Schicksals gewesen, die wenigstens konnten die Geistmagie so gut wie ich, eine Gabe die sich bei mir von Generation zu Generation weitervererbt hatte. Manch anderer hätte vielleicht nichts tun können, was stellten sie auch für Fallen auf, dass man jemanden so sehr verletzte, wäre das ein Mensch gewesen… wäre ich zum Beispiel durch den Wald gestiefelt auf der Suche nach Pflanzen und wäre dort hineingetreten, ich denke nicht das ich das überlebt hätte. Gut also das dieses Wesen so robust war, auch wenn es mir meine Nadeln vernichtete, hmpf Knochen und Hörnernadeln also bitte, wo sollte ich denn sowas herkriegen, wir waren doch nicht mehr in den Urzeiten der Menschheit, viel weiter fortgeschritten als das.
Dunkles Blutrot an Haarfarbe hatte ich noch nicht gesehen und würde es wohl auch für gefärbt halten, färben jedoch brachte bei mir nichts, hatte bisher auch nie mit dem Gedanken gespielt das mal zu machen, meine kleine Schwester hatte sie mir mal zum Spaß an den Spitzen gefärbt ehe wir sie wieder abgeschnitten hatten, war ja egal meine Haare wuchsen eh wie Unkraut und ich konnte sie nur in langem Zustand bändigen, daher waren sie immer ein Stückchen zu lang für mancher mans Geschmack. Dass man mit ihnen spielte jedoch war schon seit Ewigkeiten nicht mehr vorgekommen, ich war immerhin schon 26, da machte man sowas nicht mehr.

Gut so das er es nur passiv mitbekam, wie gesagt er wäre spätestens bei der Versorgung bewusstlos geworden, so aber wehrte sich sein Körper und sein Geist nicht mehr gegen meine Behandlung und ich konnte in Ruhe mein Werk vollenden. Was das Bein anging würde ich sobald ich wach war erste Vorkehrungen treffen, war mir relativ sicher dass er nicht vor mir erwachen würde, sonst hätte ich mich diesem Luxus gar nicht erst hingegeben.
Feder und Knochenbänder, also wirklich das er solche Gedanken hegen konnte, sowas konnte er sich sicher irgendwo besorgen… bei seinen Vogelfreunden oder was auch immer er hatte, ich jedenfalls konnte mit solchem SchnickSchnack nichts anfangen und auch wenn es ihm sicher gestanden hätte, so war ich doch der Meinung das Frauen mit Schmuck um einiges besser aussahen als Kerle, würde er schon irgendwie überleben ohne das Zeug auszukommen, sauber gingen die meisten Sachen jedenfalls nicht mehr, würde es dennoch versuchen, zwar nicht aus dem Grund aus dem er es wiederhaben wollte, sondern vielmehr weil das die einzigen Dinge waren die er am Leib trug.

Es dauerte nicht ansatzweise genug, da wurde ich schon an der Schulter gerüttelt und ein entsetzt dreinschauender junger Mann weckte mich mit seinem Geschnatter, was… wollte er? Ich war noch nicht wach genug ihm zu zu hören, da verschwand er auch schon wieder, kam dann aber mit essen zurück, dass ich schnell in mich hineinschlang, ein kurzer Blick auf meinen Patienten hatte mir gezeigt das dieser noch lebte und atmete, konnte mir das also schnell leisten. Trotzdem genoss ich es nicht sondern nahm es erstmal nur zu mir damit ich nicht während der Behandlung umkippte, ehe ich mich wieder meinem Patienten zuwandte, den jungen Mann einfach mit einspann, ob er wollte oder nicht, musste autoritär geklungen haben, sonst wäre dieser ganz sicher nicht dageblieben und hätte mir geholfen.
Ich sollte also den andren auch helfen, die den Mann vergiftet und verletzt hatten und die… also jetzt übertrieb der Junge aber, wie sollte man denn jemandem mit bloßen Händen den Kopf abreißen, das war doch reiner Irrsinn. Und fixieren damit mir nichts passierte und damit er nicht vollkommen durchdrehte wenn man ihn befragte, oh bitte wie sollten sie ihn denn befragen wollen in seinem Zustand, wer wusste wie gut er unsere Sprache überhaupt verstand oder ob er wusste wo er war und was es hiermit zu tun hatte. Vielleicht war er ein Kind das bei einer der Expeditionen verloren gegangen war und seither im Wald aufwuchs, so abwegig war der Gedanke sicherlich nicht. Ich rührte ein wenig Pulver zusammen und gab es ihm zu trinken, hob vorsichtig den Kopf an und zischte beruhigend während ich ihm das Stärkungsmittel einflößte, gleich würde ich nach den anderen schauen, schickte den Jungen Mann, Siras hieß er einfach weg.
Langsamer packte ich mein Zeug zusammen, während ich versuchte zu überlegen was ich tun sollte, offensichtlich scheuten sie nicht davor ihn zu verletzen und hätten ihn sicher nicht in meine Obhut gebracht wenn er nicht noch nützlich wäre, wer wusste schon was sie vorhatten wenn er denn nicht wusste was sie wissen wollten, oder nicht bereit wäre zu helfen? So in Gedanken hörte ich dann plötzlich seine Stimme, leise und schwach und… war das mein Name? Ich schaute auf, runzelte die Stirn und trat auf das Bett zu, legte ihm vorsichtig die Hand auf die Stirn, hm, leicht fiebrig… dafür würde ich ihm später etwas geben, nun sorgte ich erstmal für die anderen Siedler, murmelte ihm zu das ich gleich wieder kommen würde und ging schnellen Schrittes nach draußen, kam keine halbe Stunde später wieder zurück. Verletzt waren sie schon, sah nach Biss und Kratzwunden aus aber die waren alle ganz gut behandelt worden. Mir war jetzt wichtiger erstmal den Mann zu Sinnen kommen zu lassen, ich musste wissen ob mit ihm zu reden war oder nicht, dann könnte ich entscheiden. Vorsorglich nahm ich eine der Spritzen heraus, bereitete eine örtliche Betäubung vor, damit würde er sein Bein nicht bewegen können, wahrscheinlich würde es früher als erwartet bei ihm abklingen, jedoch traute ich mich nicht sonderlich viel mehr von der Dosis zu verabreichen, nicht das ich ihn am Schluss noch selbst umbrachte. Kaum gesetzt, vergewisserte ich mich das sie funktionierte und fing dann vorsichtig an an seiner Wange zu klatschen, auf leise und lauter reden hatte er nicht reagiert.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Sa Mai 09, 2015 11:10 pm

Ilidan war schon immer der Vernünftigere gewesen von ihnen beiden, auch kein Krieger wie ich selbst, war doch klar dass ich immer auf ihn aufgepasst hatte und dann nicht glaubte dass mir etwas zustoßen könnte. Hinterher war man immer schlauer, und wer konnte auch ahnen, dass diese komischen Gestalten mir mehr zusetzen konnten als ein ganzer Trupp von einem anderen Stamm, solche Werkzeuge hatte ich noch nie gesehen und äußerst schmerzhaft kennengelernt. Ebenso kannte ich Geistmagie nicht in dem Ausmaß, das Meiste lief über Rituale wo meist zwei, drei Schamanen ihre Kraft bündelten, aber … nun ja. Waren eben zwei Paar Schuh und einer rettete ihm wohl gerade das Leben, damit den Nescu den Häuptlingssohn. Ilidan war sein einziger Bruder, noch dazu Schamane, er könnte nicht beides sein und ihr Vater hatte keine 40 Jahre mehr einen neuen Erben großzuziehen. Doch, Hörnernadeln waren besser, einfach weil man unsere Körper mit organischen Stoffen besser verletzen konnte als mit Fremdkörpern, gegen die sich instinktiv gewehrt wurde, das wussten wir nur nicht weil ja bisher wirklich nie Metall oder so in unsere oder gar meine Nähe gekommen war. Und egal wie alt, an diesen Haaren musste ich herumfummeln, sollte ich nicht zuvor schon so in Rage kommen dass es ihm den Kopf abriss. Bisher konnte ich ja nicht mal zuordnen, durch wen was mit mir passiert war, aktuell waren das alles … Feinde. Und dass ich die Fremden als solche sah konnte mir jetzt auch niemand mehr übelnehmen.

Ehm, wir hatten keine Frauen im eigentlichen Sinne, zwar mehr und weniger muskulöse Typen weil sich unsere Frauen mittlerweile auch biologisch als Männer definierten, aber eigentlich gab es nur noch das. Das war schon lange so, in der vorvorigen Generation, aber auch heute gab es durchaus noch sehr weibliche Gestalten – die waren eben nur untenrum gut ausgestattet. Undselbst wenn es Frauen gäbe, das was er mir da abnahm waren Statussymbole, die Federfarben, die Knochenperlen, all das hatte eine Bedeutung. Merkte ich nichts von dem Diebstahl oder besser helfenden Ausziehen, schlief fest und tief, befördert durch die Schwächung. Etwas beängstigend, auch ich versuchte irgendwie meinen Bruder zu erreichen, schaffte es aber nicht, war selbst verloren in Zeit und Raum, wusste nicht wo und wann ich war, zu lange schon weggetreten um ihm helfen zu können, wollte den Mond anheulen und konnte es nicht.
Dass Besuch kam merkte ich nicht, auch nicht von der Folgebehandlung bei der mich sogar noch jemand anpackte den ich nicht kannte und dem ich – ja, ich konnte das – den Kopf abreißen würde wenn ich die Hände frei und meine normale Kraft hätte. Ich konnte nicht bloß einstecken, sondern auch austeilen und das nicht zu knapp.
Nein, ich verstand diese Sprache nicht, kein bisschen, woher auch, und sie hatten mich nicht verstanden – ich war nicht verloren, es gab genug meiner Art und mit Hörnern. Mehr als ihnen lieb sein konnte. Ich ächzte leise, zuckte unwohl als ich bewegt wurde, der Schluckreflex funktionierte aber noch, sodass bis auf ein paar Tropfen nichts mein Kinn herablief. Dauerte bis ich nachher wieder ruhiger atmete, aber die Flüssigkeit tat gut, die Nährstoffe wurden schnell absorbiert und gleich wieder verfeuert zur Regeneration. Ich hätte deutlich mehr gebraucht damit es spürbar half. Die kühle Hand auf meiner Stirn ließ mich seufzen, konnte ich ja nicht wissen dass der Klang der Namen sich ähnelten, aber gerade wollte ich mich einfach bei Ilidan in der Hütte verstecken – das einzige, was er besser vertreiben konnte als ich waren Schmerz und Angst, die bösen Geister die uns immer holen wollten wenn wir als Kinder nicht rechtzeitig im Bett waren, heh. Vielleicht glaubte ich sogar, er wäre es, entspannte ein wenig bei der Berührung, kriegte ja nicht mit wer das war. Auch nicht dass derjenige im Nachhinein kurz weg war, ich konnte weiter ruhen und sammelte mit jedem Moment ein wenig mehr Kraft, die dann auf Regeneration verwendet wurde. Trotzdem war ich nicht gerade erholter, als der Heiler zurückkehrte und mir wieder Nadeln in den Leib steckte – aber dass die Schmerzen weniger wurden, das merkte ich, auch unterbewusst. Ich atmete durch, murrte dann und bei dem leichten Patschen auf meine geschmückte Wange schnellte mein Kopf ein Stück herum.
Ich biss zu, hatte aber nicht mal die Kraft um meine Fangzähne durch die dünne Haut der Hand zu bohren, aber spürbar wäre es dennoch. Ich grollte schwach, blinzelte aber müde und … war viel zu benommen um irgendwas zu realisieren, wollte mich aufregen, schaffte es aber nicht, kein Adrenalinkick half mir klar zu werden und ich … spürte mein Bein nicht.
„To...da-?*“, murmelte ich, ließ damit die Hand aus meinen Fängen frei, zerrte probeweise an den Fesseln. Nur ein Arm gehorchte, meine Hörner schrammten über die Liegefläche als ich versuchte irgendwie zu schauen, was los war, aber meine Aufmerksamkeitsspanne war verdammt begrenzt.

* Was?
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Sa Mai 09, 2015 11:46 pm

Außer meiner kleinen Schwester hatte ich keine Geschwisterchen, meine Eltern waren auch schon ein paar Jahre tot und so war ich ganz alleine, war sicherlich schön einen Bruder zu haben der immer auf einen aufpasste und einen Vater der sich um einen kümmerte oder erzog, selbst wenn man mit ihm stritt weil dieser Sachen verlangte die man selbst nicht tun wollte. Geistmagie und Rituale kannte ich auch nicht, war also kein Problem und ich war kein Schamane, ich war einfach nur ich und war mit einer Gabe geboren mit der ich besser heilen konnte als andere. Hörnernadeln also als nächstes, gut ich hoffte einfach nicht dass es nochmal dazu kommen würde, aber vielleicht würde ich das Wissen nochmal brauchen, nur das ich es eben nicht hatte. Noch nicht. Ich hoffte doch, dass ich meine Haare sowie meinen Kopf behalten durfte, auch wenn ich ihn immer noch nicht als solche Gefahr einstufte.

Eh, keine Frauen, wie schräg war das denn, ich konnte mir ein Leben ohne Frauen nicht wirklich vorstellen, nicht das ich so unglaublich viel Erfahrung hätte, aber da gab es durchaus jemanden, eine die ich sehr nett fand, wenn auch noch nie getraut hatte sie zu einem Date einzuladen. Statussymbole… ja ich wusste ja nicht was es für ihn bedeutete, so musste er damit leben, ich konnte es ihm auch schlecht dran lassen und die Knochen die in seinem Körper steckten ließ ich ja sogar dort wo sie waren, also Ruhe bei den Fischen. Es war so oder so etwas befremdlich den Körper zu sehen, die vielen Verletzungen und Knochen an Stellen die mich verwirrten, nachdem ich nun Zeit hatte sah ich dass seine Mundwinkel verlängert worden waren, darin steckten auch Knochen, wer ihm das wohl angetan hatte?
Langsam wurde er wach, ächzte und stöhnte und dann biss er auf einmal zu, brachte mich dazu erstickt aufzuschreien, leise zu wimmern. Verdammt, das tat weh aber ich durfte auch nicht laut sein sondern musste ruhig sein, die Siedler durften nicht reinkommen, sonst würden sie ihm wehtun oder ihn gar töten. Ich versuchte den Schmerz so gut es ging zu ignorieren, strich ihm vorsichtig über die Brust, shte ihn an so gut es ging und atmete dann erleichtert aus als er meine Hand losließ, auch wenn ich die Worte die aus seinem Mund kamen nicht verstand.
„Eh, ja… ich weiß nicht wer To ist und ob er da ist auch nicht, aber du bist hierher gebracht worden.“, versuchte ich mit ihm zu reden, die Stimme leise und sanft, beruhigend. „Ich habe dich verarztet, aber du bist verletzt.“ Dabei schaute ich ihn ernst an, versuchte ihm den Ernst der Lage klar zu machen, ehe ich auf sein Bein deutete. „Du wärst fast verblutet.“ Ich duzte ihn und siezte ihn nicht, weil das einfach eine andere Ebene schaffte, ich wollte keine Distanziertheit, ich wollte ihm zeigen, dass er keine Angst haben musste, zumindest vor mir nicht, lächelte ihn entwaffnend an während ich gleichzeitig einen Blick auf meine Hand warf, aua… das hatte weh getan verdammt.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   So Mai 10, 2015 1:50 pm

Ich hatte auch nur einen Bruder, einen Zwilling der dennoch anders aussah als ich, aber das kam ab und an vor, zweieiige Zwillinge waren häufiger als eineiige. Ein wirklicher Glücksfall für die Nescu, Erben und einen neuen Schamanen zu bekommen, alle wären völlig in Aufruhr wenn ich nicht bald nach Hause käme – wobei Ilidan wissen musste dass etwas nicht stimmte, wenn er mich nicht erreichen konnte. Unsere Bindung war stark, aber nicht stark genug um mich in meinem Zustand zu erreichen, überhaupt konnte er ganz andere Sachen als die, die mir in diesem Zelt widerfuhren, ich würde also auch bei Bewusstsein nicht ganz verstehen was mit mir passierte. Das einzige, was sich zumindest unterbewusst eingeprägt hatte, war dass ich als letztes rote Haare gesehen hatte und … immernoch lebte. Natürlich zügelte das meine Wut nicht zwingend, aber … ich hatte es bemerkt.

Oh, ohne Frauen ging, das stammte aus der Zeit wo nur noch so wenige übrig waren, dass es unmöglich schien nnoch gesunden Nachwuchs mit den gegebenen Nescu zu zeugen, zumal die zerbrechlicheren Frauen nicht lange überlebt hatten. Die Seelen der Verstorbenen hatten meinem Volk zum Fortbestand verholfen, und seitdem war es eben so. Die Knochen würde er eh nicht herausbekommen, das war schon so lange da, dass es vermutlich mit meiner Haut verwachsen war, drehen konnte ich die Ringe jedenfalls nicht mehr. Wahrscheinlich sollte ich dankbar sein dass er mir nicht die Hörner absägte … wobei ich daran verbluten dürfte. Angetan hatte mir das Ilidans Vorgänger, der Schamane des Dorfes, schließlich brauchte ich diesen Ausweis für meinen Rang.
Der angesetzte Biss war lächerlich für meine Verhältnisse, wie er vielleicht gesehen hatte bei den anderen Siedlern, deren Bisse sahen nämlich weniger putzig aus, aber mehr als das konnte ich gerade nicht. Das Streicheln und Shten beeindruckte mich nicht, ich ließ los weil ich reden wollte. Dass jemand da war, das konnte ich sehen, das Zelt war aber hell und meine Sicht daher weiterhin etwas verschwommen. Aber die roten Haare kannte ich noch, erinnerte mich und ein tiefes, lauter werdendes Grollen begleitete die fremden Laute, die ich nicht verstand. Den beruhigenden Ton verstand ich zwar, aber wie bitte sollte man sich beruhigen, schwer verletzt bei einem Fremden gefesselt? Und ich war gefesselt, der Lederriemen am rechten Handgelenk knarzte da er auch meiner geringen Kraft im Moment wenig entgegen zu setzen hatte … meine dunklen Augen fixierten den schmalen Schemen, der da gestikulierte, lächelte, aber er sah es nicht genau um zu wissen ob es ein hämisches oder beruhigendes Lächeln war, verstehen konnte ich ihn nicht.
„Voráss … anzin haáss...*“, knurrte ich schwerfällig, meine Zunge fühlte sich wie gelähmt an und ich spannte meine Rumpfmuskeln an, was … verflucht an der Hüfte wehtat. Ich stöhnte grollend auf, atmete schneller, wollte mehr Sauerstoff, wacher werden, klarer, wusste aber nicht dass ich sediert war.

* Lass mich frei
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   So Mai 10, 2015 2:20 pm

Nur einen Bruder war ja jetzt wohl wirklich nicht nett gesagt, dieser kümmerte sich ja offensichtlich wohlwollend, überhaupt klang das alles danach das er geliebt war wo auch immer er dazu gehörte. Im Gegensatz zu mir, der höchstens geduldet wurde und wenn nicht belächelt dann zumindest dumm angemacht wenn ich etwas anbrachte, nun jetzt auf einmal war ich gut genug. Hätte ich gewusst das ich nur da war falls sie jemanden finden konnten der nicht freiwillig redete… ich wäre nicht mal ansatzweise mitgekommen.
So jedoch musste er nun mit mir klarkommen, konnte seinem Bruder nicht Bescheid geben weil ich ihn mit Schmerzmitteln vollpumpte, er würde es vielleicht nicht wertschätzen doch ich konnte ihn nicht einfach mit Schmerzen liegen lassen. Faszinierend das sich das so entwickelt hatte, das hätte ich mir gerne genauer angeschaut, reingefühlt, das musste ja komplett anders aussehen als bei normalen Menschen, als bei uns, ob sich dort auch Gebärmutter bildeten, bekamen sie überhaupt ihre Tage wenn es keine richtigen Frauen waren, wie setzte man denn bitte Seelen irgendwo rein und warum sollte man sowas tun. Und wie schaffte man das mit zwei Seelen zu leben, das war doch sicherlich komisch.
Die Knochen entfernte ich ihm ja auch nicht, solange er sich nicht an ihnen verletzte konnte ich sie dulden, für das Federzeugs und die lose dran hängenden Sachen jedoch konnte ich nicht garantieren also kamen sie ab. Würde sie ihm später wiedergeben, soweit ich sie sauber bekam aber wirklich wichtig waren diese nun wirklich nicht. Und warum sollte ich ihm bitte die Hörner abschneiden?! Solange nichts faulte oder irreparabel geschädigt war, blieb alles schön dran wo es hingehörte, da würde ich ganz sicher nichts machen, ich war Arzt und kein Metzger.
Ja, die Verletzungen waren nicht ohne gewesen und dennoch, sie waren selbst schuld so wie sie ihn verletzt hatten statt einfach mit ihm zu reden konnte ich kein Mitleid für sie empfinden, ich jedoch hatte ihm eigentlich nichts getan. Aber er hatte Angst, war in Panik da war das verzeihlich und ich streichelte ihm nur über den Kopf um ihm langsam ein wenig wärme zu geben, ihn zu beruhigen, berührte dabei seine Hörner die irgendwie wärmer waren als gestern, huh was war das denn?
Fasziniert strich ich darüber, sie waren tatsächlich warm, schienen fast zu pulsieren und für einen Moment vergaß ich das er gefesselt dort lag und versuchte sich zu befreien, trat ein Stück näher hin und beugte mich herab um sie zu inspizieren, mein Zopf strich über seine Brust, einige Haare hatten sich gelöst und ich war eigentlich viel zu nah an ihm dran, aber ich war zu fasziniert von seinen Hörnern, seinem Gesicht als das ich mir da Gedanken um mich selbst machte. Die dunklen Augen waren unfokusiert und ich kam nicht umhin ihn traurig anzusehen, so ein hübsches Wesen und dann war er verletzt und gefesselt. Warum taten sie das nur?
Vorsichtig legte ich meine Hand auf seine, drückte sie leicht und legte die andere auf seine Stirn, während er versuchte sich zu artikulieren, seine Laute klangen fast wie knurren, wusste nicht was er wollte, wahrscheinlich hatte er Schmerzen und wollte das ich ihn befreite. Ich runzelte leicht die Stirn und schüttelte traurig den Kopf, „tut mir leid.“, sagte ich leise, „aber ich darf nicht.“ Warf einen prüfenden Blick zur Plane, ehe ich mich wieder ihm zu wandte. Seine Atmung war beschleunigt und es sah fast aus als würde er demnächst in Panik verfallen, verließ ihn und nahm eine der Phiolen die ich bereits vorbereitet hatte, ich würde ihn erst mal schlafen legen, draußen wurden auch schon Stimmen lauter, bald wären sie da. Vorsichtig legte ich meine Hand unter seinen Kopf, hob ihn leicht an und setzte die Phiole an seine Lippen.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   So Mai 10, 2015 8:36 pm

Naja, normal hatte man mehr Geschwister, immerhin waren Nescu sehr darauf bedacht nicht wieder wie vor einigen Generationen vor der Ausrottung zu stehen und die Gemeinde wuchs. Normal hätte ich vier oder fünf Brüder haben sollen, so war es 'nur' einer und dieser umso wichtiger für mich, die Bindung umso stärker. Natürlich liebte ich meine Familie, meinen Clan, aber eben auch das Abenteuer, es würde mir ja vor allem Leidtun weil ich mir vorstellen konnte welche Sorgen Ilidan sich machen musste, zumal er mich ja nicht mal erreichen konnte, so weit weg war ich. Nicht nur räumlich.
Ich konnte den Leuten gern alles erzählen – sie verstanden mich nur nicht, ebenso wie umgekehrt, schon gar nicht zugedröhnt und vor allem kannte mein Organismus diesen Kram nicht, reagierte überaus heftig und empfindlich darauf und eigentlich war ich Schmerzen gewohnt, wie mein Körper vielleicht verriet. In diesen hatte Kirian bereits reingefühlt, nur halt nicht genau darauf geachtet, dass tatsächlich und auch bei mir die Ansätze vorhanden waren, die es brauchte um Nachwuchs zu bekommen, auch waren meine Organe invertiert, was aber normal bei unserem Volk war, das Herz größer, solcher Kram, aber er hatte sich ja nur auf meine Regeneration konzentrieren können. Nachher sezierte er mich doch noch, und dafür bewahrte mich auch nicht die Tatsache, selber zwei Seelen in mir zu tragen – war halt so üblich, durch Seelen Älterer gestärkt zu werden schon im Kindesalter, denn Sterblichkeit bei Kindern konnte man sich auch bei knapp sechs Monaten Tragzeit nicht leisen, dafür war die Kleinkindphase deutlich länger als bei Menschen. Ich war nicht umsonst schon vierzig, was für Nescu aber normal war.

Wie sollte ich mich bitte verletzen, ich konnte mich doch keinen Zentimeter Bewegen. Federn und Knochenperlen, also echt … tödliche Waffen. Da waren meine Hörner schon deutlich gefährlicher, zwar größtenteils gefühllos, aber ich merkte, wenn man sie anfasste und mochte es eigentlich überhaupt nicht, das war etwas intimes, inniges, immer mehr je weiter zum Ansatz es ging. Dass sie warm waren, war gut, mein Zustand hatte sich stabilisiert und entsprechend waren sie auch fast bis zu den Spitzen warm. Ich hatte keine Angst, niemals, und wenn, dann war sie verkleidet als Zorn und Rage. Nur konnte ich das gerade nicht nutzen, obwohl mir jemand so unglaublich nah war, mich anfasste und sogar mit den roten Dingern, Haaren, kitzelte, jeder beruhigende Effekt wurde durch die Wehrlosigkeit und damit verbundene Aufregung wieder zerstört.
Selbst als ich sprach fasste er mich an, was mir ein wütendes Funkeln entlockte, oder zumindest wäre es eins geworden wenn ich nicht so benommen und erschöpft wäre. Die Kühle Hand tat dennoch gut, schwächte das Knurren zu einem Murren ab. Das Kopfschütteln sah ich, verstand ich, auch wenn es Zufall sein könnte, er machte keine Anstalten mich loszubinden und ich wusste ja nicht warum, somit auch nicht, dass der Fremde würde, wenn er dürfte. Ich wollte nicht in Panik verfallen, sondern mehr Luft, mehr Kraft, mehr Möglichkeiten mich zu wehren, was ich leicht windend auch versuchte in den kurzen Momenten, da ich alleine war, vernahm die Stimmen dank des feinen Gehörs und leicht zuckenden Ohren schon eher und mein Fluchtreflex griff. Als mein Kopf sich etwas anhob sah ich erstmals meine Umgebung, befremdlich und bedrohlich, ich fauchte und sträubte mich, wandte den Kopf um dem Gefäß auszuweichen und schnappte zu wnn immer es meine Lippen berührte. Entweder es zerbarst (denn zubeißen konnte ich und das in meinem nun aufgeregteren Zustand erst recht) oder der Inhalt landete ungünstigerweise doch in mir, gegen den Schluckreflex war ich leider machtlos und außerdem zu unkoordiniert um wirklich schon eine Gefahr darzustellen.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Di Mai 12, 2015 7:23 pm

Normal hatte man mehr Geschwister? Aber nicht da wo ich herkam, da war es Mode nur eines oder höchstens zwei zu haben, das war früher wohl auch anders aber im Moment schien jeder nur das machen zu wollen, schade eigentlich. Wobei ich die Zeit die ich mit meiner Schwester verbracht hatte sicherlich nicht verlieren wollen würde und auch nicht… überschreiben mit einem anderen Geschwisterchen. Ich vermisste meine kleine Lizabeth so sehr, würde mich nur traurig machen die beiden Brüder glücklich zusammen zu sehen.
Jedoch gab es bei uns wahrscheinlich weniger Kinder weil einfach zu wenig Platz war, alles zu teuer wurde und die Leute auch gar keine Zeit mehr hatten, nicht mal mehr füreinander. Musste schön sein in so einer Gemeinschaft zu wohnen in der jeder für jeden da war und man letztlich eine große Familie war, die Kinder voller Liebe aufwuchsen und nicht aufgezogen von Dienstmädchen. Bedauernd das gerade diese Wesen als Wilde bezeichnet wurden wo sie doch viel glücklicher sein konnten als wir, viel natürlicher und viel gemeinschaftlicher.
Das er so mit seinem Bruder vereint war würde mir leid tun, immerhin wollte ich ihn nicht abtrennen, wollte nicht das einer von beiden litt und schon gar nicht Beide gleichzeitig, hätte ich das gewusst ich hätte… das Sedativum wahrscheinlich doch benutzt, er war zu wild sie würden ihn umbringen oder er sich selbst immerhin waren seine Wunden noch komplett frisch.

Oh, ich verstand ihn auch nicht, machte das Ganze alles schwieriger, dass ich mit ihm sprach stieß auf keinen Beifall, kein Bejahen, kein Einsehen statt dessen knurrte er und wand sich, machte mir wirklich Mühe ihn unten zu halten und dazu zu bringen sich weniger zu rühren, auch und vor allem um ihn davor zu schützen seine Wunden aufzureißen.
Er mochte es offensichtlich auch nicht an den Hörnern berührt zu werden, aber ich konnte einfach nicht anders, fühlte sich interessant an und überhaupt war ich ziemlich neugierig was ihn angeht. Ja, er hatte Glück das ich ihn noch nicht so untersucht hatte, aber ich war anständig und machte sowas nur wenn ich die Einwilligung desjenigen hatte und ich wollte ihn nicht zu sehr drängen, lächelte leicht als sein Knurren in Murren niederging, lag wohl an der kühlen Hand, ich hatte irgendwie immer kühle Hände. Das wiederum lag wohl daran das meine Kräfte viel Kraft forderten und ich allgemein zu viel Energie verbrauchte, egal, ich musste ihn jetzt erstmal betäuben damit ich mich nachher nochmal um seine Wunden kümmern konnte und um die Siedler die gleich reinkamen. Klar war mir natürlich auch das weder die Perlen noch die Federn ihn verletzten konnten, aber sie waren im Weg, waren schmutzig und damit konnten sie Wunden die von ihnen berührt wurden entzünden, außerdem wer wusste schon was da dran war und welche Keime sie in sich hatten. Die Gesundheit meines Patienten war schließlich meine Pflicht und er könnte sich noch so anstellen ich würde sie ihm erst wiedergeben wenn er gesund genug war sie auch wieder tragen zu können. Gesund werden konnte er jedoch nicht wenn er befragt wurde, so wie sie ihn zugerichtet hatten und sich stark darüber ausgelassen hatten was sie ihm alles antun würden für das was er ihren Kameraden hat angedeihen lassen, wagte ich zu bezweifeln das es eine nette Befragung werden würde. Umso wichtiger ihn jetzt ruhig zu stellen damit er Kraft sammeln konnte.
„Sht, bitte.“, flehte ich ihn an, legte dann meine andere Hand in seinen Nacken und fing langsam an ihn zu kraulen, wartete bis er verwirrt genug war das ich seinen Kopf an meinen Bauch drückte, war gar nicht so ungefährlich mit seinen Hörnern direkt dort, spürte auch wie er mich streifte und aufritzte, brannte ein wenig aber ich schaffte es ihm das Mittel einzuflößen, nja… eher rein zu tropfen. Erschöpft seufzte ich auf, strich ihm nochmal beruhigend über die Stirn, ehe ich die Phiole schnell in meinen Taschen verschwinden ließ, als auch schon einige Leute ins Zelt stürmten.
Ich spannte mich an und starrte die Leute an, spürte hinter mir wie die Bewegungen langsam träger wurden und schließlich zum Erliegen kamen. Mit angespannten Muskeln machte ich mich darauf gefasst ins Kreuzverhör genommen zu werden, stand immer noch fast schützend vor dem Mann den ich eigentlich gar nicht kannte aber bisher ehrlicher fand als den Rest der Leute die ich hier kennen gelernt hatte.
Ich musste kreidebleich sein, mein Hemd verfärbte sich außerdem mittlerweile rosa, blutete nicht stark, aber es blutete, ich würde es wohl gleich desinfizieren müssen, so jedoch kam der unumstrittene Anführer der ganzen Bagage auf mich zu, ein schmieriger, dreckiger Kerl der wohl nicht anders konnte als mich anzufassen, mit beinahe besorgtem Gesichtsausdruck auf mich zu und teilte mir tatsächlich mit das ich mich ja schon gerne ausziehen könnte, damit er sich das mal näher ansah, ja aber sicher doch. Nicht. Ich trat einen Schritt zurück und schüttelte den Kopf, lief geschäftig um das Wesen herum und holte Verbandszeug hervor. „Ich muss mich hier um den Patienten kümmern, er ist schwer verletzt und ich weiß nicht ob ich es schaffe ihn stabil zu halten.“, mein Tonfall war abwertend, ich log zwar, er war über den Berg aber das musste ja keiner wissen, verzog das Gesicht unwillig und kniff die Augen zusammen. „Ich weiß nicht was er gemacht hat das man ihn so zurichtet, wenn ihr ihn befragen wollt solltet ihr jedoch das nächste Mal erst fragen und dann zustechen.“
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Do Mai 14, 2015 12:48 am

Was für ein Luxus sich keine Sorgen über aussterben des eigenen Volkes machen zu müssen, Taima ging man ja jetzt schon auf die Nerven sich um Nachwuchs kümmern zu müssen, da Ilidan als Schamane keine haben sollte. Chancen standen aber gut, er hatte ja einen Freund, aber eigentlich war es Taimas Aufgabe, der aber gar nicht daran dachte sich zu binden, er war noch zu jung um sich festzulegen, gab so viele hübsche Jungs in ihrem oder dem nächstgelegenen Dorf …
Platz war genug für Nachwuchs, eigentlich, aber ich hatte ja Glück wenn ich überhaupt lebend hier wieder rauskam. Natürlich machte mein Bruder sich Sorgen, ich würde das auch tun wenn er aus dem Wald nicht zurückkäme, nahezu umkommen vor Angst ihm könne etwas zugestoßen sein. Immerhin hatten wir fast jede Minute unserer Kindheit zusammen verbracht. Dass der Rotschopf mich zu Schützen versuchte, wie sollte ich das ahnen? Oder gar entsprechend reagieren?

Ich fühlte mich nicht sicher und wollte daher weiter flüchten ungeachtet der Wunden, derer ich mir nicht mal wirklich bewusst war, auch wegen der betäubten Schmerzen. Die Berührung an den Hörnern merkte ich aber und mochte es wirklich nicht, weil das ein Fremder war, das war eine intime Stelle, immer mehr je näher er zur Wurzel fasste, sträubte mich bestmöglich und Murrte dann doch bloß, ja, die Kühle tat gut und irgendwie musste ich ja kenntlich machen wann mir etwas gefiel. Dennoch waren sie fremd, also blieb ich angespannt, wusste nicht was mit mir passieren würde und er verstand mich nicht, konnte es mir nicht sagen, mich nicht warnen. Auch auf das besänftigende Zischen reagierte ich nicht, wohl aber auf das Kraulen an so empfindlicher Stelle, die Geste ergab keinen Sinn – zumindest bis ich trotz Sträuben die Flüssigkeit schluckte, die so fremdartig schmeckte, mich schaudern ließ. Meine Bewegung war noch mehr eingeschränkt, dann aber ließ er mich los und der Geruch, der Klang fremder Personen kam so nah als stünden sie direkt neben mir. Ich grollte, versuchte wach zu bleiben und doch legte sich bleierne Schwere auf mich. In so ausgezehrtem Zustand wurde es sofort verwertet, unbekanntes Zeug dass pflanzlich dann auch noch keine Widerstandsreaktion hervorrief. Ich wehrte mich dagegen, doch die Augen fielen mir zu und im gleichen Moment sackte ich mit leisem Laut wieder in mich zusammen. Ich konnte mich nicht um die drohende Gefahr kümmern.
Die erneute Abweisung interessierte Lesnar nicht die Bohne, wie schon all die Male davor nicht – als wüsste er nicht, dass der Kleine das selber heilen konnte, aber darum ging es nicht. Dessen Erklärung aber, sich wie um einen der Siedler kümmernd, wurde mit abfälligem Schnauben abgetan.
„Du musst es auch nicht stabil halten, Kleiner, es reicht wenn es reden kann.“, erwiderte er und musterte das skurrile Ding mit Hörnern, das nicht ansprechbar schien, immernoch nicht, „Es wird wissen, wo wir Kristalle finden können – hatte das hier bei sich.“
Damit löste Lesnar eine ungewöhnliche Waffe von seinem Gürtel – die noch intakte Knochensichel. An deren Knauf war ein sternförmiger Kristall eingesetzt, der im Dunkel leicht glühte, für ihn stand also fest, dass der Wilde etwas wusste.
„Und das hat schon getobt als wir ankamen, wenn du's nicht glaubst kannst du Meran und Vourn gern beim Begraben helfen.“, setzte der Anführer nach, „Wer weiß ob noch mehr von der Sorte rumlaufen – ist es schon mal zu sich gekommen?“
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Do Mai 14, 2015 2:11 pm

Aussterben würden sie nicht nein, aber so wie sie sich teilweise benahmen würden genug andre Sachen aussterben, ich hatte zum Beispiel lange Zeit eine Heilpflanze benutzt die es nun nicht mehr gab weil überall Häuser hin gebaut worden waren, der Wald gerodet und anpflanzen hatte ich sie auch nicht können, hatte erstens keinen grünen Daumen und zweitens waren die gegebenen Umstände nicht gut gewesen für sie.
Egal was er getan hatte, ich war mir sicher das es unverdient war, er war kein normaler Mensch nicht in dieser Gesellschaft aufgewachsen und ich war nicht dabei gewesen. Wenn sie zu ihm genauso waren wie zu mir dann war das nicht nett gewesen und ich hatte bisher nur noch nichts größeres zu befürchten gehabt weil ich unter dem Schutz des Königs stand, sonst hätten sie schon längst sonst was mit mir gemacht. Gerade Lesnar war ein sadistisches Arschloch der nur Spaß daran hatte andere Leute fertig zu sehen, gerade letzte Woche hatte er sogar jemanden auspeitschen lassen weil ihm was nicht gepasst hatte. AUSPEITSCHEN! Konnte man sich sowas vorstellen? Danach war er zu mir gekommen und hatte mich doch tatsächlich gefragt ob mir die Show gefallen hatte und ob es mich genauso scharf machte wie ihn. Ekelhaft… Ich konnte wirklich froh sein das ich wohl noch gebraucht wurde, unter dem Schutz stand und ach ich wusste auch nicht, war nur froh weit weg von ihm zu sein. Aus genau diesen Gründen würde ich nicht wollen dass sie den Mann in die Hände bekamen, vor allem nicht nachdem er welche von ihnen verletzt hatte. Sie würden ihn umbringen… das hatten die anderen bereits vor sich hingemurmelt und ich wusste nicht wie weit sie das ernst meinten oder nur als dahingesprochene Drohung. Es war dabei egal was er war, wer er war und mit wem er verwandt war.

War mir klar dass er sich nicht sicher fühlte, verletzt wie er war, wie ein verwundetes Tier versuchte er zu flüchten, hatte mal eine kranke Katze bei mir gehabt die getreten worden war. Diese hatte sich genauso aufgeführt, war auch nicht gezähmt worden von mir, ich hatte nur dafür gesorgt das es ihr wieder gut genug ging das sie mir nicht draußen verstarb und dann hatte ich sie gehen lassen, so bald als möglich. Mittlerweile kam sie immer wieder mal vorbei um sich Essen zu schnorren, blieb aber nicht lange genug um wirklich gekrault oder gestreichelt zu werden, dennoch ließ ich das Fenster immer für sie offen damit sie wusste das es jederzeit jemanden gab der für sie da war. Soweit würde ich das bei dem Fremden zwar nicht bringen, aber das war ja auch nicht der Plan, er sollte nur überleben und gehen können. Ich wusste nicht das seine Hörner so intim waren, immerhin waren sie nicht bedeckt, konnte man nicht erkennen und ich war nur neugierig. Das er allgemein nicht angefasst werden wollte war mir auch klar, sein Knurren und Murren mehr als deutlich und doch musste ich lächeln als es nur ein murren war das ihm nicht gefiel das er berührt wurde aber die Kühle dennoch okay war. Später ein kaltes Tuch auf seiner Stirn und dann würde ich ihm auch mal die kleineren Verletzungen verarzten, schien ein wenig schneller zu heilen als normal denn ein paar der Kleineren waren schon wieder verschwunden, faszinierend.
Die kurze Ablenkung funktionierte, hatte bei der Katze auch funktioniert und ich lächelte fast stolz auf ihn, strich ihm nochmal über die Haare und bedankte mich artig, legte ihm die Kühle Hand auf die Stirn und mir die andere auf den Bauch, tat weh aber es war mir klar gewesen. Viel blutete es ja nicht, hatte glück das er nicht mit voller Kraft hineingestoßen hatte. Die drohende Bedrohung jedenfalls musste er nicht abwenden, das musste ich versuchen.

Die Hand auf den Bauch gedrückt schüttelte ich den Kopf, hoffentlich verschwand er bald wieder damit ich die Blutung stillen konnte, es zumindest desinfizieren, wusste ja nicht was ich mir einfangen konnte. „Es?“, fragte ich empört und funkelte ihn an. „Ich bin Heiler. Meine Aufgabe ist es Leben zu retten und nicht jemanden so lange am Leben zu halten das er reden kann.“ Meine Augen blitzten wütend und ich war wirklich sauer, was bildete dieser aufgeblasene Lackaffe sich eigentlich ein. Trotzdem starrte ich dann auf die Sichel, genauso faszinierend wie der Patient der auf dem Bett lag. „Er leuchtet…“, brachte ich heraus, trat einen Schritt darauf zu und streckte die Hand nach dem Kristall aus, wollte wissen ob er genauso warm war wie die Hörner oder was genau es damit zu tun hatte. Ich schüttelte den Kopf. „Er hat sich bis grad vorhin gewehrt aber wirklich zu sich gekommen ist er nicht.“, sagte ich. „Geredet hat er dabei auch nicht, nur geknurrt und sich gewehrt. Er ist wahrscheinlich verwirrt und das Gift hat möglicherweise nicht nur seinen Körper angegriffen, ich weiß nicht wann ich ihn soweit habe das er reden kann.“
Kurz wurde ich bleich als ich daran dachte was wäre wenn mehr von seiner Sorte auftauchen würden, er war zwar vollkommen geschwächt aber wehrte sich immer noch, die Fesseln waren schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen und es würde nicht mehr lange dauern da war er sicher stark genug um sich zu befreien. Würde übel werden wenn hier ein paar von der gesunden, klaren Sorte auftauchen würden, dann gäbe es sicher mehr als nur diesen einen zu begraben. Erstaunlicherweise dafür dass ich Heiler war konnte ich nicht allzu viel Mitleid empfinden für den gestorbenen Mann. Ich war ein schlechter Mensch, das war mir klar.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Do Mai 14, 2015 8:01 pm

Anbauen mussten Nescu nichts, das meiste wuchs von allein und nur Ilidan hatte so was wie Pflanzenansammlungen unter seinem Wohnbaum, von den Sachen die er oft brauchte um nicht für alles immer in den Wald zu gehen oder jemanden zu schicken – also an Grünzeug mangelte es im Wald nicht, ich kannte nur die wenigsten die man halt so brauchte jeden Wundentzündung oder Bauchschmerzen, mehr nicht. Und es waren andere Pflanzen als jene, deren Saft ich bekommen hatte um still zu sein, keine einheimischen und daher dennoch äußerst irritierend für meinen Körper. Eigentlich witzig, immerhin betrachtete ich mich oder die anderen Stämme mit Öhrchen, Hufen oder anderen Hörnern als normal, nicht aber diese … Dinger die da um mich herumgeschwirrt waren, zumeist kleiner als ich selber, doch ich hatte den Kürzeren gezogen, erst gegen die Männer im Wald und dann gegen ein rothaariges Ding mit einer Phiole. Nicht dass mir dergleichen fremd war, die Nescu lebten eher konfliktfreudig und von daher war es kein Wunder wie schnell ich jemanden als feindlich einstufte, und in diesem Fall dürfte es doch nun wirklich kein Wunder mehr sein. Doch es gab andere Strafen eigenen Leuten gegenüber als sie auszupeitschen, zumindest da wären wir einer Meinung – unsere Höchststrafe war ohnehin nicht Tod, sondern Verbannung. Nie wieder nach Hause zurückkehren zu dürfen. Und mit etwas Pech würde ich das auch nicht mehr tun. Wirklich damit rechnen wieder aufzuwachen tat ich nämlich nicht, wusste nur dass ich noch lebte, weil Ilidan immernoch in weiter Ferne präsent zu sein schien. Immernoch suchte, so wie ich umgekehrt nicht ruhen würde, bis ich meinen Bruder gefunden hätte.
Wenn ich mit voller Kraft meine Hörner benutzt hätte, wäre nicht mehr viel mit Eingeweiden gewesen, das war ganz gewiss nicht nur Deko und wehe dem der sie zu spüren bekam – aber ich war ja auch nicht auf Höhe meiner Kraft, alles andere als das. Ich war doch keine Katze, ernsthaft. Die lebten viel weiter südlich, die Katzenohren. Woher diese Kreaturen hier aber kamen, wusste ich nicht.

Das Thema nach dem hübschen Bauch des Heilers zu schauen war noch nicht vom Tisch, musste aber erst mal warten. Dass er sich so zierte machte das ganze nur noch anziehender, man wollte was man nicht haben konnte und so weiter. Das Wohltätergerede wurde mit einer Geste abgetan, bei so was hörte Lesnar nicht mal wirklich zu und schüttelte den Kopf.
„Wir haben kaum genug Heilmittel für uns selber in diesem beschissenen Wald, spar dir das.“, erwiderte er und präsentierte Bewisstück A, ergo die Sichel. Ja, sie leuchtete, was komisch war da sie ja nicht irgendwie an eine Apparatur angeschlossen war wie die Siedler es kannten, damit die wertvolen Dinger verwendet werden konnten. Für ihn stand fest dass das gehörnte Ding ihnen die Suche erheblich erleichtern würde. Wenn denn endlich ein Verhör zustandekäme. Lesnar seufzte entnervt.
„Sieh zu dass es schnell geht, ich schick dir nachher wen wegen der Fesseln – die halten nicht mehr lange.“, meinte er abschätzig und packte kurz eines der warmen Hörner, hob den Kopf des Wesens an. Keine Reaktion, es war also tatsächlich besinnungslos. Der Griff löste sich und er machte einen Schritt auf Kirian zu, noch mal nachhakend ob wirklich alles in Ordnung war, und ging erst als die fortgeschickten Begleiter mit neuen Riemen zurückgekommen waren und diese befestigt hatten. Er wollte ja nicht, dass ihrem süßen Heiler was passierte …
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Do Mai 14, 2015 9:09 pm

Bei uns war das anders, wenn ich etwas wollte musste ich es anbauen oder sehr, sehr lange Wege in Kauf nehmen, gerade aus diesem Grund hätte ich sehr gerne den Wald betrachtet, die Pflanzen erforscht das war der Grund mit dem man mich hergelockt hatte und ich hatte bisher noch nichts davon tun dürfen. Würde also wenn ich es denn könnte an Ilidans Lippen hängen und seine Pflanzen anstarren, von ihnen probieren und sich in die heilige Kunst der Pflanzenkunde einweisen lassen. Wer weiß, vielleicht konnte man voneinander lernen, auch wenn die Sprachbarriere ein Problem darstellen könnte.
Wunderte mich auch nicht das er diese Pflanzen nicht kannte aber es war auch egal ob oder ob nicht, die Wirkung war es die zählte und ich war so froh das er einschlief, hatte wirklich Angst um ihn. Es gab andere Stämme mit Hufen? Hörnern? Öhrchen? Oh man da hatten wir ganz schön was verpasst, erstaunlich das uns sowas noch nie untergekommen war, wobei man Wesen wie ihn wahrscheinlich ausstopfen würde oder im Zoo hinter Gitter stecken. Umso wichtiger ihn wieder in die Freiheit zu lassen, dafür zu sorgen das es ihm schnell besser ging, sobald er weg war würde ich auch gehen, zurück zu meinen Patienten, ich war schon lange genug für nichts weggeblieben.

Der Kratzer ging ihn gar nichts an, war vielleicht auch ein bisschen mehr als nur oberflächlich gekratzt, zumindest blutete es immer noch, aber ich hoffte es nicht nähen zu müssen und vor dem Kerl schon mal gar nicht. Die Hand auf den Bauch gepresst und mit erhobenem trotzigen Blick versuchte ich ihn anzustarren und zum gehen zu bewegen, was natürlich nicht klappte. „Wenn man mir mal zugehört hätte und mich in den beschissenen Wald begleitet hätte, dann wären auch genug Heilmittel da.“, fauchte ich nun wirklich, immerhin gab es dort draußen genug Pflanzen und Kräuter. Aber man ließ mich ja nicht. Oh er hatte es mir schon angeboten, aber nur wenn ich mich dann von ihm im Wald anfassen ließe, also bitte! Ich verkaufte mich doch nicht dafür dass ich meine Arbeit machen durfte. Die Sichel war vergessen und ich war mittlerweile nur noch sauer. Trotdem wusste ich das ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen durfte, also presste ich mir eine Hand auf die Augen und schüttelte leicht den Kopf, setzte mich auf die neben dranstehende Liege. „Tut mir leid, ich bin solche Sachen nicht gewöhnt.“, versuchte ich mich zu entschuldigen und starrte die Liege mit dem Fremdartigen Wesen an. Meine Haare hatten sich etwas aus dem Zopf gelöst, die Spange hielt sie auch nicht und sie fielen mir vorwitzig in die Augen, seufzte leise und nahm die Hand vom Bauch um sie wieder zu befestigen, zuckte dabei leicht zusammen, verdammt tat das weh.
„Ich sage Bescheid sobald er wach ist und reden kann, ich denke er wird sich bemerkbar machen.“, dessen war ich mir zumindest sicher, jetzt musste ich mir nur noch überlegen wie ich verhindern konnte, das er zu laut schrie oder gar redete, wurde ein wenig bleicher als der blöde Trottel ihn an den Hörnern packte und hochhob, sah zu wie der Kopf wie leblos zurückfiel und atmete innerlich erleichtert auf, das Mittel wirkte. Ich bestätigte das es mir gut ging und wartete dann schweigend darauf das die neuen Lederbänder kamen, nickte dazu nur und stand dann auf um mich an die Arbeit zu machen, stellte ein paar Phiolen zusammen und tat so als wäre ich äußerst beschäftigt.

Es waren mittlerweile drei Tage vergangen, ich hatte immer wieder neben dem fremden Mann gewacht, ihm vorgesungen oder normal gesummt, dafür gesorgt das er ruhig blieb, mal durch Medikamente, mal durch Knebel und bettelnde Augen, sowie Hand vor den eigenen Mund halten. Den eigenen Bauch hatte ich genäht, er war gerade zu Bewusstsein gekommen, als ich mich daran gemacht hatte, erstmal hatte ich es nicht bemerkt weil es einfach zu weh tat selbst zuzusehen wie die Nadel ins Fleisch stich und ich hatte mich wohl ziemlich angestellt, gar nicht richtig hinschauen können. Waren nur drei vier Stiche gewesen, aber dennoch, wollte kein Risiko eingehen.
Mittlerweile war sein Bein sehr gut verheilt, bei starker Belastund konnte es natürlich immer noch reißen, aber es ging m einiges schneller als erwartet und so war der Tag gekommen, an dem ich ihm mit Zeichen offenbarte das er ja ruhig sein sollte, mich immer wieder umdrehte, es war dunkel, tiefste Nacht, nicht mal der Mond war draußen und ich packte hastig ein paar der verbliebenen Medikamente in eine Tasche, die ich mir umhängte und hielt dann meinen Finger erst an meine Lippen und dann an seine, ehe ich langsam die Fesseln löste, ihn bittend anschaute sich nicht zu sehr zu wehren und ruhig zu sein. Erst die Beine, deutete dann auf ihn und mich und machte Bewegungen mit den Fingern, dass wir gehen würden und zeigte in Richtung Wald, ehe ich seine Handfesseln löste.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Fr Mai 15, 2015 1:03 am

Niemals würde ich einen dieser Verrückten an meinen Bruder heranlassen, und wenn ich mich vierteilen musste, um ihn zu beschützen, niemand käme mit dem glänzenden Holz oder komischen Substanzen auch nur in seine Nähe, so lange ich atmete. Trotzdem, ich wollte zurück, mir anhören dass er es mir doch gesagt und mich gewarnt hätte … statt hier bei Leuten zu sein die ich nicht verstand. Die den Wald nicht kannten und mich dennoch von ihm trennten, es gab noch viel mehr Stämme, aber sie mussten sich ja unbedingt mit Nescu anlegen, super. Man irrte sich in der Annahme, dass ich irgendwas verraten würde selbst wenn ich deren Sprache verstand, würde mich nicht versuchen freizukaufen oder so – und selbst wenn sie mich jetzt losgebunden und hätten gehen lassen, hätte das Konsequenzen. Ich war nachtragend, hatte ich von meiner 'Mutter' und wäre auch so wenn diese durchaus animalischen Züge nicht wären. Niemand sperrte mich ungestraft ein.

Nein, so lange meine Hörner sauber waren, konnte da nicht groß was an Infektionsgefahr sein, ich war nicht giftig oder so etwas. Das Gefährliche war die Wucht, die ich mit ihnen aufwenden konnte, und die Spitze, mit der der Rotschopf hatte Bekanntschaft machen müssen.

Lesnar ignorierte auch diesen Einwand und tat ihn wiederum mit einer abfälligen Geste ab.
„Das da ist im Wald rumgelaufen, viel Spaß beim Blümchen pflücken.“, meinte er, auf den Gehörnten deutend. Der hatte genug Ärger gemacht, und das verblutend und gefangen, Lesnar war arrogant, aber nicht bescheuert, er wusste dass im Wald jedes von diesen erholten Viechern die Oberhand hätte, auch wenn es nur eins wäre. Er sah sich bestätigt im Verbot, das Camp zu verlassen und wenn, dann bewaffnet und auf alles gefasst. Wobei Kirian natürlich mit ihm als Geleitschutz gehen dürfte, war aber auch wieder nicht recht, also musste er eben hier bleiben – die Entschuldigung wurde gönnerhaft angenommen, die Sicherheit des Rothaarigen noch einmal garantiert (Les wäre immernoch dafür, das Ding in einen Käfig zu stecken, aber die Bänder mussten wohl reichen) und der Zustand des Gefangenen kontrolliert, dann verzog die Truppe sich wieder. Auf ein paar Tage – in denen er natürlich regelmäßig um das Wohlbefinden des Heilers würde kümmern kommen – kam es jetzt auch nicht mehr an, und wenn sie dann erst mal mit schiffen voll Kristallen nach Hause fuhren um dort reich zu werden, konnten die Wilden ihren Scheiß gern wieder allein regeln – zumindest bis den zivilisierten Gegenden wieder die Kristalle ausgingen. Doch dass das gehörnte Ding mehrere Tage ruhig blieb, weckte so weit noch keine Skepsis …

Es war eigenartig gewesen und doch die reinste Qual. Die meiste Zeit hatte ich in einem Zustand zwischen Traum und Erwachen verweilt, mal betäubt, mal einfach zu Tode erschöpft. Es gab zu wenig Nahrung, weniger als das was ich bräuchte um sowohl für Regeneration als auch wirklichen Wachzustand genug Energie zu haben. Und mein Körper brauchte die Heilung dringender als meinen Wachzustand wie es schien. Qual war aber eher die Tatsache, dass ich nicht nur beschwichtigendes Summen hörte, eine Eigenheit die Heiler anscheinend alle hatten, sondern der Fakt dass ich immernoch nicht antworten konnte. Ilidan suchte immernoch, musste sich tagelang immer wieder in Trance versetzt haben sodass ich ihn hören konnte, doch nur ein mal hatte ich vermocht zu reagieren, als ich gerade geknebelt, aber wach und nahezu klar war. Ich konnte ihm nichts geben, nichts, außer dem Signal dass ich noch lebte, wenn er das überhaupt bemerken konnte, was mein desolater Zustand gerade so kundtun wollte. Ich wusste mittlerweile, dass der Rotschopf heiler war, die Statur so schmächtig dass er kein Krieger sein konnte in keinem Volk der Welt, aber trotzdem zog das ständige Verabreichen von Zeug, das Knebeln und dann diese entschuldigenden Blicke kein positives Gefühl nach sich. Natürlich wehrte ich mich, wann immer ich konnte.
Es war Nacht als er mich aus Dämmerschlaf riss, der Mond verhüllt von Wolken und stockdunkel, was für meine Augen aber kein Problem wäre. Ich spürte, dass etwas nicht stimmte, wegen der Unruhe die der Einzige in meiner unmittelbaren Nähe ausstrahlte, und trotz der Gesten knurrte ich wütend, kaute auf meinem Knebel herum, der auch verhinderte das ich in den Finger biss, der sich auf meine Lippen legte – ohne würde ich wohl schon seit Stunden brüllen und toben, es ging mir schon etwas besser und ich war seit Abklingen der Betäubung wach. Was dann passierte ließ mich aber stutzen und tatsächlich still sein – die Gurte lösten sich. Sie hatten die Gelenke schon leicht aufgescheuert, war aber nicht schlimm und kaum zu spüren – dagegen mich befreien zu lassen wehrte ich mich natürlich nicht, achtete kaum auf die Gesten, aber ich war nicht dumm, verstand grob dass der Rothaarige mich gehen lassen wollte obwohl er anscheinend nicht durfte – und darum sollte ich leise sein. Von mir aus, auch geschwächt war er keine Gefahr für mich. Genau genommen ignorierte ich seine Gegenwart fast, als ich frei war rollte ich herum und hockte am Boden auf – das Gewicht auf das rechte Bein verlagernd, da selbst auftreten beim Linken noch wehtat. Ich hielt mich am Rand fest, Schwindel brach massiv nach Tagen des Hungerns und Liegens über mich herein und es dauerte, bis ich aufstehen konnte. Ich hinkte, stapfte aber unbeirrt und mich auch an meiner fortbestehenden Nacktheit nicht stören lassend auf den Zelteingang zu, die Sinne so gut es eben ging gespannt, lauernd. Ich sah besser in der Dunkelheit als diese Gestalten, sah mich gleichzeitig nach Waffen und einem Ausgang um – wusste aber auch dass ich mich noch nicht auf Kämpfe einlassen durfte. Als die kühle Nachtluft ungefiltert und mit dem Geruch künftigen Regens meine Lungen füllte, entspannte sich etwas in mir, brüllte auf und beschloss sich keinesfalls wieder einsperren zu lassen – und ich war jetzt sicher, dass mein Bruder mich gehört hatte. Zumindest die Himmelsrichtung konnte ich ihm weisen, egal wie lange ich laufen müsste um auf weitere Nescu zu trreffen, ich fing besser schnell damit an und suchte mir einen Ausweg aus diesem beängstigenden Dorf. Man durfte nachts … nicht so nah am Boden sein.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Fr Mai 15, 2015 8:52 pm

So verrückt war ich gar nicht, gut verrückt genug um Sympathie zu einem wildfremden, gefährlichen Wesen zu empfinden, aber hey ich war Heiler, die waren hin und wieder komisch vollkommen normal. Ich hätte ja auch nicht vor ihn zu erstechen oder ihm irgendwas zu verabreichen, einfach ein kleiner Plausch unter Heilern, da konnte ja wohl wenig schief gehen auch wenn mir natürlich klar war das er das nicht gerne sehen würde. Und überhaupt müsste ich damit ja Kontakt zu diesen Wesen haben und das war definitiv nichts für mich, er war um einiges größer als ich, muskulöser und stattlicher, war ja nicht mal wendig genug um ihm zu entkommen zumindest waren seine Hände groß genug mich zu ergreifen und stark genug um mich zu zerfetzen wenn er nur ein Stückchen von mir erwischte. Vielleicht hätte ich ein wenig über Kampfarten recherchieren sollen, mich darum sorgen mich selbst verteidigen zu können, das dachte ich mir bei dem schmierigen Kerl der sich Anführer schimpfte immer wieder.
Gegen den Gehörnten jedoch würde mir nichts davon helfen, nicht mal ansatzweise. Es tat mir ja leid das er gefangen war, konnte ihn aber nicht befreien und hoffte das er nicht zu böse auf mich war, würde ihm helfen und versuchen ihn zu befreien, dabei zu beschützen. Geschah den Siedlern nur Recht wenn ihnen ihr Spielzeug abhandenkam, alles undankbare Wesen.

Nicht giftig also da hatte ich Glück, dennoch tat es weh und ich sparte die Schmerzmittel lieber für ihn als für mich auf, musste schrecklich weh tun die Wunden die er hatte.
Würde Lesnar daher auch nicht glücklich machen wenn dieser es erfuhr, benahm sich ja jetzt schon schrecklich. Ob der Mann nun mich getötet hätte, verletzt oder angegriffen war nicht klar gesagt, konnte ja sein das er einfach nur neugierig war und mehr nicht… was für einen Grund hatten sie ihn so zu attackieren, nachdem er offensichtlich in eine ihrer Fallen gerannt war.
Von Les ignoriert zu werden war auch nichts Neues, der wollte nur in meine Hose, was ich gar nicht verstehen konnte, was wollte denn bitte ein Mann mit einem Mann? Nicht das ich es verurteilte aber ich stand auf Kurven, bitte Dankeschön. Und als ob dieser mich wirklich gegen etwas wie diesen dort beschützen könnte, da lachte ich ja drüber, würde ihm das nämlich in keinster Weise abkaufen das der sich gegen ein Wesen wie den Gehörnten wehren konnte nur um mich zu beschützen. Der würde schreiend wegrennen und sich in die Hose machen noch ehe das Teil mich erreicht hätte. War schon schlimm genug das er hier rumschrie und zeterte, so wie er sich aufführte war es ein Wunder dass das Schlafmittel noch wirkte, ich wusste nichts von seinen Plänen durch die Kristalle reich zu werden, interessierte mich auch nicht. Reichtum oder viel Geld waren nichts gewesen was mich je interessierte. Ich war glücklich mit dem was ich gehabt hatte.

Leider wusste ich selbst was ich ihm da antat, es tat mir auch wirklich leid, dennoch fand ich keine andere Lösung ihn zu schützen, sie würden Informationen rausholen wollen und wenn nicht die, dann wollten sie ihn zumindest bluten und schreien sehen und das konnte ich nun wirklich nicht zulassen.
Nahrung bekam er schon von mir, meine Essensration teilte ich mit ihm und versuchte neben zu noch irgendwelches Obst zu besorgen aber meist wehrte er sich dagegen, aß nur das mindeste und der Rest ging teils verloren. Hey… so qualvoll war mein Gesang nun wirklich nicht, auch wenn ich zutiefst erröten und anfangen würde zu stottern.
Überhaupt… ich wäre sicherlich ein guter Assassine waren die nicht auch eher unscheinbar, konnten schlank und klein sein? Zumindest konnte ich Leute vergiften oder töten wenn ich dies denn wollte, wer heilen konnte, konnte Leben genauso beenden. War alles auch nicht leicht für mich, wenn es rauskam würde mich das wohl genauso das Leben kosten wie ihn.
Daher war ich ziemlich aufgeregt, zitterte leicht als ich seine Fesseln löste, murmelte vor mich hin, mehr um mich zu beruhigen als ihn, während mein Herz pochte als würde es gleich die Brust durchschlagen. Kaum hatte ich die Fesseln an den Händen zur Hälfte gelöst, da riss er sich schon los, stürzte von der Liege und sah aus wie das wilde Tier für das ihn alle hielten. Für einen Moment hielt ich die Luft an, starrte die blitzenden Augen in der Dunkelheit an, ehe ich mich besann, er taumelte, humpelte, das war gar nicht gut verdammt, er sollte sich gefälligst schonen verdammt. Ich fauchte ihn leise an und rannte an seine Seite, packte seinen Arm und legte ihn mir über die Schulter, mutig den anderen Arm um die Hüfte, versuchte nicht zu sehr zu zittern und ihm gleichzeitig Stütze zu sein.

Mit der anderen Hand kramte ich in meiner Tasche, reichte ihm einen Dolch, normalerweise wusste ich selbst das es dumm war, starrte ihn mit angsterfüllten Augen an als mir klar wurde was genau ich da gerade tat. Erst hatte ich es für eine gute Idee gehalten falls uns jemand gewaltsam anhalten sollte aber nun… stand ich in einer Position die schlechter nicht sein könnte, was hatte mich da nur geritten? Ich krallte meine Finger in seine Hüfte, während ich selbst in der Bewegung erstarrte, die Schneide zwischen den Fingern, den Griff ihm zugewandt, während meine Augen weit aufgerissen waren, meine Atmung sich beschleunigte, jetzt nur… keine… Panik
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Sa Mai 16, 2015 8:02 pm

Würde ich so unterschreiben, wenn ich denn schreiben könnte, dass Heiler ein bisschen eigenartig waren, ich verstand das Meiste halt nicht, aber wieso der Fremde mir unbedingt helfen wollte wäre mir schleierhaft. Immerhin hatte er keinen Grund dazu, ich hatte einen Kameraden getötet und mehrere teils schwer verletzt. Das konnte ihm nicht egal sein – niemandem, oder sah ich das falsch nur weil es bei Nescu anders wäre? Selbst wenn nicht der Häuptlingssohn verschwände, wäre die Hölle los, es gab nicht viele von uns und es wurde auf jeden geachtet.
Richtig, einzeln würde ich mit jedem hier im Camp fertig werden, aber mit diesen komischen Waffen aus glänzendem Holz konnte ich nichts anfangen, wüsste gar nicht was ich dagegen tun sollte – natürlich war ich neugierig gewesen, was gab es schöneres als was neues in den Wäldern zu entdecken, in denen man von Kindesbeinen an herumstreifte? Aber zumindest da hätte der Typ recht gehabt – einmal in der Falle hätte ich niemanden schadlos an mich heran gelassen, der kein Nescu war, und wenn sie mit Blumensträußen und Rotwein gekommen wären, hätte ich alles attackiert einfach weil verletzt und gefangen kein Zustand war, in dem man mit mir reden brauchte. Der Typ da konnte sich ja mal mit meinem kleinen Bruder anlegen, und der war kein Kämpfer. Müsste er aber auch nicht, und könnte es nicht da das wie gesagt über meine Leiche gehen würde. Im Moment aber merkte ich nicht einmal, dass er in der Nähe war, ich bewegt wurde: die bewusste Zeit würde erst später kommen.

Und ich hatte verstanden, dass der Rothaarige (den er eben wegen der Haare dauernd anstarrte, wann immer er konnte) mich nicht freiwillig die ganze Zeit still hielt, auf diverse Art, in dem Moment wo die Fesseln sich lösten war es mir klar gewesen was dieser Blick hatte bedeuten sollen, den er mir die ganze Zeit zugeworfen hatte. Der Gesang war doch gar nicht schlimm gewesen, eher die Tatsache dass ich es so viel lieber von meinem Bruder gehört und mich damit auch sicherer gefühlt hätte. So aber erinnerte es mich durchweg daran dass ich nicht zuhause war, ja nicht mal Kontakt aufnehmen konnte.
Doch trotz Hunger und Wut blieb ich still, wusste dass ich leise sein musste um die warum auch immer gegebene Chance nicht zu verspielen, trotz fahrig aus dem Mund gerissenem Knebel. Raus, weg hier, viel mehr als ein flüchtendes Tier war ich auch gar nicht und reagierte aggressiv, als wieder Hände nach mir griffen, zischte und war versucht meinen Arm sofort wegzuziehen, die Kraft hätte ich wieder, nicht einsehend jetzt noch jemanden heranlassen zu müssen.
Umso mehr zuckte ich zusammen als dieses schimmernde Ding im Dunkel aufblitzte, und dies mal achtete ich auf die Warnung meines Bruders – Viel Kraft wandte ich nicht auf, stieß ihn mit der freien Hand aber von mir, weg, weg mit diesem glänzenden Holz.
Ich musste selber straucheln, kippte einfach um da mein Körper Laufen verlernt zu haben schien, ich fing mich ab und bemühte mich wieder hoch zu kommen. Als Waffe hatte ich das Ding gerade zwar schon erkannt, aber nicht im Sinne von 'Ich kann die benutzen' sondern eher 'Bleib mir damit vom Leib!', sodass ich auch entsprechend reagierte und ihn wegstieß, nicht so stark wie ich gewollt hatte, aber genug um selbst zu straucheln. Als ich versuchte wieder aufzustehen, jagte ein scharfer, reißender Schmerz durch mein Bein, ich unterdrückte mit Gewalt das Jaulen zu einem leisen Keuchen. Ich sah nach, es blutete nichts, aber es hatte weh getan und mir wurde kurz schwindelig. In der Ferne zuckte ein Blitz über den Himmel und ein fernes Grollen war zu hören – ich sollte hier nicht sitzenbleiben, würde abhauen – und wenn ich dafür krabbeln musste.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Sa Mai 16, 2015 9:24 pm

Ich hatte nicht gemerkt das er mich die ganze Zeit anstarrte, er war ja meist halb im Koma, die Zeit die er mal rüber schaute meist auch wenn ich den eigenen Bauch verarztete, das würde sicher eine Narbe geben wie ich seufzend festgestellt hatte, nja egal. Auch wenn er mich nun verstanden hatte, war mein schlechtes Gewissen trotzdem vorhanden, konnte ja nie drauf vertrauen das er ruhig blieb und dabei war es normalerweise nicht meine Art Leute einfach zu betäuben, der Wald machte mich schon etwas kirre, ich kam ganz aus meiner Komfortzone raus hier.
Das mein Gesang es auch noch schlimmer machte war auch nicht gerade ein Grund zur Freude, jetzt aber war er frei, der Knebel weg und hielt Ruhe, was mich erleichtert leise seufzen ließ, ehe ich die Hand auf den Mund schlug, er war still und ich benahm mich wie die Axt im Walde.
Hätte mir auch klar sein müssen, dass er nicht gut auf die Berührung reagierte, jedoch wollte ich ihn nicht so einfach laufen lassen, sah ja das er Schmerzen hatte, wusste das er sein Bein und seine Hüfte nicht so stark belasten durfte, die Wunden immer noch nicht komplett verheilt, er würde nur das Heilgewebe zerstören oder schädigen, das konnte ich nicht zulassen. Er ergriff den Dolch nicht sondern stieß mich einfach weg, ich taumelte, ließ den Dolch fallen und fiel auf den Hintern, hielt erschrocken den Atem an, in Erwartung das gleich jemand um die Ecke kam. Verdammt, leise und mitmachen. Ich zischte ihn an, griff nach dem Dolch, krabbelte schnell auf ihn zu, drückte ihm den Griff in die Hand und versuchte ihn hochzuziehen. „Bitte,“, flüsterte ich ihn an, dringlich, flehend, schaute immer wieder hinter mich, in der Hoffnung das niemand etwas gesehen hatte. Meine Hand glitt schnell suchend über sein Bein, schickte ein wenig wärmende Energie rein gut nichts kaputt, ehe ich vorsichtig darüber strich, seinen Arm wieder um meine Schulter legte und die andere Hand wieder auf seinen Rücken, erneut versuchte ihn zu stützen, vielleicht klappte es ja jetzt wo er den Dolch hatte und nicht nur sah.
Das Grollen hörte ich auch, zuckte zusammen und starrte hoch, dann in den Wald ehe ich alle Kraft die ich aufbringen konnte zusammenkratzte und ihn hochzog. Komm… wir müssen weg. Ich drückte leicht seinen Arm mit meiner rechten Hand, als Support, wollte ihm zeigen das wir das schon schafften, auch wenn ich mir da selbst nicht wirklich sicher war.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   So Mai 17, 2015 5:11 pm

Naja, die ganze Zeit in der ich bei Bewusstsein war eben, nicht mehr und nicht weniger, und so wie meine Hörner komisch wirken mussten, waren dessen Haare eben skurril, nur anfassen konnte ich sie nicht, wie auch mit gefesselten Armen? Dieser Ort machte mich wahnsinnig und wann immer ich nachts feststellte, zu nah am Boden oder fernab eines Verstecks zu sein, hätte ich durchaus heftiger gegen meine Fesseln angekämpft. Wusste ja nicht dass die Mauern hier durchaus imstande waren, Eindringlinge eine gewisse Zeit lang abzuhalten und fühlte mich entsprechend unsicher.
Es wäre wahrlich dumm jetzt ein Geräusch zu machen, egal wer es außer dem Rotschopf hörte würde alarmiert sein, meine sehr empfindlichen Ohren verrieten mir aber, dass niemand in der nächsten Nähe war, das Heilerzelt stand auch ein bisschen abseits, wie es schien. Egal, weg hier, ich fand den Weg schon durch die Dunkelheit, wurde aber wieder und wieder gestört. Lass mich! Konnte ich dem Fremden nicht einfach an den Kopf werfen, leise sein, ich reagierte aber wiederum instinktiv als er mir das kalte Metall in die Hand gab – ich warf es weg, und zwar ohne nachzudenken und so weit es ging, sonstwo hin, nur weg von mir und langsam wurde ich wirklich sauer, hatte beschlossen den Typen in Ruhe zu lassen schon allein wegen dem Losmachen der Fesseln, aber noch einmal glänzendes Holz und ich würde mich vergessen. In der Zwischenzeit hatte etwas über mein nacktes Bein gestrichen, der Schmerz war etwas gewichen und ich ließ doch zu, dass er mich hoch zog, eher mir hochhalf.

Ich ächzte leise, was zum Glück von einem Donnern übertönt wurde, ich trat nur sehr vorsichtig auf und kam doch gut mit, da meine Beine deutlich länger waren. Ein paar Mal blieb ich unvermittelt stehen, bockte, was aber stets der Tatsache geschuldet war dass ich was gehört hatte oder glaubte jemand würde sich nähern oder in den umgebenden Hütten bewegen. Als der Ausgang in Sicht kam, begann es zu regnen, erst wenig, aber ich kannte den Wald, das Wette, in ein paar Minuten würde es wie aus Eimern schütten, was gut war, da sämtliche Spuren verwischt würden. Kaum berührten meine Füße den Waldboden spannten sich meine Muskeln an, ich wäre schneller gelaufen, wenn ich gekonnt hätte, wartete einen Donner ab und knurrte gereizt. Von jetzt an gab ich den Weg vor, wusste in welche Himmelsrichtung ich musste, auch wenn das Firmament pechschwarz war und man im mittlerweile strömenden Regen nicht viel erkennen konnte. Die Nacht verschluckte mich, und da der Rotschopf immernoch an mir hing, diesen auch – ich ließ mich nicht beirren, keuchte mittlerweile, hielt aber erst an als ich etwas im Dunkel erspähte und unvermittelt abbog. Hohler Baum, ich hörte es und sah einen Eingang nahe den Wurzeln, durch den ich durchkam und vor Anstrengung zitternd in einer Ecke verharrte. Ich hatte Hunger, war ausgezehrt, mein Körper war schon ziemlich strapaziert und die Tatsache meiner Nacktheit half nicht gerade, sich im Regen warm und wohlig zu führen. Ich knurrte durchgehend, fühlte mich wieder gut genug um abweisend zu reagieren, außerdem spürte ich jetzt jeden Muskel deutlich, überlastet nach tagelangem liegen …
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Selena

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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   So Mai 17, 2015 8:59 pm

Meine Haare waren gar nicht skurril, das war eine vollkommen normale Haarfarbe die die Hälfte meiner Familie besaß, oder zumindest besessen hatte. Wäre wahrscheinlich auch ziemlich irritiert wenn er sie anfassen würde, auch wenn ich natürlich das Gleiche mit seinen Hörnern getan hatte, solange er nicht nachschaute ob alle Haare überall die gleiche Farbe hatten… war mir das aber auch recht wenn er daran zupfte.
Mir war durchaus aufgefallen das es ihm nachts wirklich schlecht ging und er viel panischer wurde, beziehungsweise mehr versuchte sich zu befreien, ich hoffte nur, dass es eher mit seiner Familie oder seinen Freunden zusammenhing und kam gar nicht erst dazu drüber nachzudenken was genau da draußen lauern konnte. Ich meine, was konnte einem Wesen wie ihm schon Angst einjagen?
Offensichtlich jedoch wollte er keine Waffe haben, denn er warf mein Messer von sich was mir ein entsetztes, halb ersticktes Stöhnen entrang, verdammt das war mein bestes Messer gewesen und nicht nur das… es wurde in meiner Familie weitergereicht von Generation zu Generation, ich würde später wiederkommen müssen um es zu holen, denn jetzt danach suchen würde nichts bringen.
Trotzdem sanken meine Schultern herab und ich blickte dem Messer hinterher, traurig und… enttäuscht, ich hatte ihm ja nur helfen wollen, aber er verstand es offensichtlich nicht, na wenigstens benutzte er mich als Stütze ohne weiter rum zu meckern.

Sein Ächzen war ein wenig mildernd, zumindest was das schlechte Gewissen anging und ich streichelte ihm im Versuch ihn zu beruhigen ein wenig über die Seite. „Wir schaffen das schon…“, flüsterte er leise, nickte um sich selbst auch ein wenig Mut zu zusprechen und folgte einfach brav, wenn es auch irritierte das er immer wieder stehen blieb und ununterbrochen knurrte. Wenn er so weitermachte würde ich zurückknurren, aber das war kindisch und würde mich nicht weiterbringen, ließ mich daher führen. Mein Kopf ruckte nach oben als ich den Regen spürte und fauchte dann doch leise, als er wieder anfing zu knurren, fasste seine Hand etwas fester und fing leise an zu schimpfen, je weiter wir in den Wald drangen. Wir liefen ein ganzes Stück, ehe er auf einmal abbog und auf eine kleine Höhle in… einem Baum zusteuerte und sich dort auf den Boden sinken ließ. Baum sollte es also sein, na besser als der Regen, meine Kleidung klebte an mir wie eine zweite Haut und meine Schuhe waren nicht für den Wald gedacht, jedenfalls war es rutschig. Langsam ließ ich mich neben ihm in die Höhle fallen, drängte mich hinein, war etwas eng hier… und öffnete meine Tasche, zog seinen Lederrock heraus, vielleicht würde er ihn ja haben wollen? ES störte mich nicht das er nackt rumlief, ihn es ja nicht zu stören, aber als Heiler der auf die Gesundheit seiner Patienten erpicht war, konnte ich nicht zulassen das er SO weiter lief. Derweil legte ich automatisch meine Hand auf sein Bein um ein wenig zu lindern und die Verletzung weiter zu heilen, diesmal hatte ich mehr Zeit, würde mich besser darauf konzentrieren können, als gerade vorhin noch.
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Kitsune

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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Mo Mai 18, 2015 7:39 am

Hmhm, genauso normal wie es meine Hörner waren, kam halt auf den Standpunkt an und war spannend, wenn man das nicht kannte. Wobei ich gerade bestimmt nicht drüber nachdachte, sie ihm zu flechten oder so, gerade war der Überlebensmodus stärker denn je. Es war Nacht und ich war frei, musste hier irgendwo rauskommen und dann zurück nach Hause, Ilidan musste krank vor Sorge sein, nach dem ich mit aller mir verbleibenden Kraft rief und dabei den Zustand meines Körpers ignorierte, ich musste weiterlaufen ob ich konnte oder nicht. Zumindest Schutz müsste man suchen, bis der Morgen anbrach, schutzlos draußen sein wollte niemand, egal ob Nescu oder … nein, ich konnte mir nicht vorstellen dass sie es nicht wussten.
Wie oft denn noch, ich wollte das glänzende Holz nie wieder in meiner Nähe haben, konnte ja auch nicht wissen dass ich was damit sollte oder dass es wichtig war, sorry, aber das hatte mich völlig kaputtgemacht und musste weg.
Ich wusste nicht was der Kleine sprach, der meine Taille tätschelte, beruhigen würde ich mich nicht, das Adrenalin half überhaupt auf den Beinen zu bleiben, wenn ich mich jetzt beruhigte würde ich einfach umkippen. Er sagte was, wie immer verstand ich es nicht.

Der Regen fühlte sich reinigend an, ließ mich aber mehr Sicherheit verspüren – man konnte mich nicht sehen, so dunkel wie es war, das Wasser verwischte die Spuren und machte es unmöglich Witterung aufzunehmen. Gute Voraussetzungen, auch wenn der weiche Boden es schwerer machte voranzukommen. Das Schimpfen ignorierte ich, knurrte weiter einfach als Warnung für alles und jeden der mir zu nahe kam – aber noch brauchte ich den Kleinen da zum Stützen, wieso auch immer er mitkam.
In der Baumhöhle angekommen schüttelte ich heftig den Kopf, sodass Wasser spritzte und sich ein paar der klebenden Haarsträhnen an den Hörnern verhedderten, aber ich sah wieder was, zog mich zurück. Der Fremde kam mit, was ich erst wirklich wahrnahm als er irgendwas kramte – wehe es war glänzendes Holz. War es nicht, sondern meine Kleidung, sogar trocken und ich nahm sie entgegen, was mich aber zu etwas anderem brachte. Die Had auf meinem nassen Bein störte mich nicht, ich schnappte nach der Tasche und machte sie auf, lauter komischer Krams, den ich beiseiteschob, wühlte, aber vorsichtig, auf der Suche nach meinen Federn, den Bändern, die mussten da doch sein. Ich schnaubte, als klar war dass sie nicht da waren, vermutlich weggeschmissen weil sie nicht mehr zu retten gewesen waren, aber im Moment … machte mich das unglaublich wütend. Diese Zeichen legte man ab wenn man tot oder verbannt war, und meine Wut richtete sich auf den einzigen anderen Anwesenden.
„Anoko kouha naére!?“, fuhr ich ihn an, packte den Arm der auf m,einem Bein lag am Oberarm und schüttelte ihn einmal ruckartig, „Anoko?!“
Nicht dass mich die Antwort groß interessieren oder ich sie verstehen würde, schob achtlos die Tasche beiseite und riss den Kleinen herum – gab nur eine Antwort auf diese Entehrung, wenn ich bei meinem Entschluss blieb ihn nicht töten zu wollen. Eiserner Griff legte sich um seinen Nacken, hielt den schlanken Körper am Boden, schob mein linkes Horn über dessen Rücken unter den Stoff, den er da ganz komisch am Leib trug, und zerriss es mit einer ruckartigen Kopfbewegung. Keine Narben, heh. Seine Beinkleider aber irritierten mich, waren an der Seite gar nicht offen und war etwas robuster, wie kriegte ich das kaputt? Ledergürtel, ah, kannte ich, schob meinen Arm unter die schmale Taille und suchte nach dem Verschluss, der sich ganz klomisch anfühlte, ich sah die Schnalle zum Glück nicht, machte sie nur auf und zerrte noch mal an dem Stoff – mit ging das nicht.
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BeitragThema: Re: Taima und Kirian   Mo Mai 18, 2015 1:46 pm

Hmpf Zöpfchen flechten kam nicht in Frage, zumindest nicht wenn andere das machten, ich war doch kein Mädchen und ein kurzer locker gebundener Zopf sah zwar ganz nett aus, war aber meist nur so von mir getragen weils einfach praktischer war. Vielleicht sollte ich sie ja doch kurz schneiden, aber ich konnte mir das gar nicht mit kurzen Haaren vorstellen, na mal sehen wenn ich wieder in der Stadt war würde sich sowieso einiges ändern, warum dann nicht auch die Frisur?
Jedenfalls schien der Kerl es wirklich eilig zu haben, ignorierte vollkommen meine Proteste und sein kaputtes Bein, das sicherlich bald dafür sorgen würde das er zusammenbrach, das sah einfach nur schmerzhaft aus und ich wusste ja das es nicht in Ordnung war, warum mussten alle nur gleich wieder auf 120% belasten nur weil sie keine direkte offene Verletzung mehr sahen?

Der Regen war grauenhaft, ich war nicht gerne draussen wenn es regnete, erwischte zu leicht eine Erkältung und froh ziemlich schnell, lag wohl auch damit zusammen das ich einfach nicht an Gewicht zunahm und daher recht dünn war. Umso wichtiger war es jetzt ihm wenigstens ein bisschen Klamotten an den frierenden Körper zu bringen, auf dass er sich nicht noch was einfing und dann an allem zu sterben. So oder so benahm er sich gerade wie ein Hund, schüttelte den Kopf und spritzte Wasser um sich was mich dazu brachte die Hand hochzuheben und mein Gesicht davor zu schützen, man… wenigstens setzte er sich dann hin und… klaute mir meine Tasche, suchte irgendwas darin was mich die Stirn runzeln ließ. Wenigstens machte er nichts kaputt… dafür aber packte er mich plötzlich und fing an mich anzuschreien, seltsame Worte. „Anoko? Ich weiß nicht was das ist?“, brachte ich verwirrt hervor, als ich schon herumgerissen wurde, aufkeuchte, gerade noch schaffte die Verbindung zwischen seinem Bein und mir zu kappen, das wärmende Gefühle wäre zwar jetzt schlagartig weg aber da konnte ich leider auch nichts machen. Seine Reaktion machte mir Angst, in der dunkelheit sah ich nur seine Augen blitzen, dann die Zähne als er den Mund aufmachte um mich anzubrüllen und weiter zu scühtteln, war fast froh das ich ihn nicht mehr sah als ich herumgerissen wurde und im Schlamm landete, musste husten, als ich den Dreck ins Gesicht bekam, hier lag auch Erde, Holz und Steine, alles vorsorglich nass vom Regen und beschmutzte mein Gesicht, presste die Augen und den Mund zusammen um nichts hinein zu bekommen, während meine Hände sich in den Untergrund krallten. Wenn er seine Sichel suchte, und nur das fiel mir ein was wirklich wichtig für ihn sein könnte, die hatte nicht ich, die hatte ein Blondhaariger Grobian der meinte der Herrscher der Welt zu sein. Ich hielt still, erstarrte fast als ich spürte wie er mir mein Hemd zerriss, keuchte auf als ich die kalte Luft fühlte, hey… wenn er andere Klamotten haben wollte hätte er es auch andeuten können verdammt… und mit Zerreißen würde er da gar nichts anziehen können, überhaupt war er viel zu groß dafür, trotzdem versuchte er auch die Hose zu klauen, griff nach unten bevor er sie kaputt machen konnte, griff unter seine Hand und öffnete schnell und geübt die Schnalle, die Hose, ehe er mich am Schluss noch dabei verletzte. Wenn er sie unbedingt haben wollte konnte er sie ja haben, solange er mich dann nur in Ruhe und sein Bein untersuchen ließ.
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